Flensburger Weihnachtsmarkt : Platzverweis für Marktbeschicker

Mini-Markt:  Weil ein Beschicker Jahrmarkts- statt Weihnachtsstimmung verbreiten wollte, blieb es am Nordermarkt bei einer sehr kleinen Lösung.
Mini-Markt: Weil ein Beschicker Jahrmarkts- statt Weihnachtsstimmung verbreiten wollte, blieb es am Nordermarkt bei einer sehr kleinen Lösung.

Losbuden unerwünscht: Am Nordermarkt musste ein Anbieter mit Verkaufsanhänger für Fernsehgeräte gleich wieder abrücken. Denn aus Sicht der Tourismus-Chefin war das zu viel des Guten.

shz.de von
30. November 2013, 08:30 Uhr

Flensburg | Der Nordermarkt staunte nicht schlecht. Am Freitag wurden die Buden geliefert, am Sonnabend waren sie wieder weg. Eine Episode, die nicht typisch ist für den Aufbau eines Weihnachtsmarktes, aber im Endeffekt führte sie dazu, dass der Weihnachtsmarkt am Nordermarkt in diesem Jahr dürftiger ausfällt als in den vergangenen Jahren und in künftigen Jahren viel besser werden könnte als in den vergangenen Jahren.

Eines vorweg. Das alles war nicht beabsichtigt. Eigentlich war die Besatzung des Weihnachtsmarktes im Norden schon seit dem Spätsommer komplett, als einer der lokalen Beschicker krankheitsbedingt und kurzfristig absagen musste. Bis dahin waren als Programmpunkte neben dem traditionellen Wecken des Weihnachtsmannes (heute ab 14 Uhr, Große Straße 77), der Kinderwunsch-Kalender, zwei Schwenkgrills, Glühwein und Feuerzangenbowle vorgesehen. Die Probleme begannen mit dem Ersatzmann, den der erkrankte Gastronom benannt hatte. Ein Marktbeschicker aus dem Hamburger Raum.

Mit dem konnte sich Flensburgs Tourismus-Chefin Finja Fröhlich nicht so recht anfreunden. Nichts Persönliches, nein. Es war das Angebot, das der für den Nordermarkt vorgesehen hatte. „Er kam mittags an, und wir haben uns zu Dritt angeschaut, was der Beschicker für den Weihnachtsmarkt mitgebracht hatte“, erinnert sich Fröhlich. „Das war nichts.“ Der Schwenkgrill war in Ordnung, aber der acht Meter lange Verkaufshänger, aus dem heraus der Losverkauf für Flatscreen-Fernsehgeräte organisiert werden sollte, war aus Sicht der Tourismus-Chefin zu viel des Guten. „Wir wollen den Nordermarkt als klein, aber fein in Position bringen. „Aber Video und TV-Verlosung auf einem Weihnachtsmarkt – das ist nicht Flensburg. Da mussten wir auf die Bremse treten – leider um 5 vor 12.“

Denn Ersatz war kurzfristig nicht mehr zu finden – und das konfrontierte die neue Tourismus-Chefin mit einem alten Problem des Flensburger Nordens in der Vorweihnachtszeit. „Wir haben sofort herumgefragt. Aber alle wollten auf den Südermarkt, auf den Holm, notfalls auf die Große Straße. Für den Nordermarkt aber fanden wir niemanden.“

Für Fröhlich ein Erlebnis, das jetzt schon den festen Vorsatz gründete, den Nordermarkt im nächsten Jahr mit Nachdruck zu begleiten. Ganz ohne Larmoyanz hatten andere Anrainer festgestellt, dass der Nordermarkt in den vergangenen Jahren ohnehin mehr sich selbst überlassen war. „Die waren froh, wenn hier etwas in Eigenregie organisiert wurde.“ Das soll jetzt zumindest in enger gemeinsamer Abstimmung geschehen – in Moderation mit dem Fjord-Tourismus. „Wir wollen versuchen, den Nordermarkt als hochwertiges Weihnachtserlebnis zu positionieren“, sagt Fröhlich. Deshalb mussten zwei Buden auch weichen. Der Rest bietet zumindest schon mal einen Vorgeschmack.

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