zur Navigation springen

150 Jahre Flensburger Tageblatt : Platz für das Erfolgsmodell FSG

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Anlagen an der Werftstraße wurden nach 30 Jahren zu klein. 1901 war der Schiffbau-Platz beim Ostseebad eingerichtet.

Flensburg | Sie waren Flensburger mit Weitblick, die Geschäftsleute, die 1869 die Dampfschifffahrt-Gesellschaft und 1872 die Werft gründeten, die Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft – ein Erfolgsmodell. Das Auftragsbuch wurde immer dicker, der gute Ruf verbreitete sich und Ende des 19. Jahrhunderts war die Werft zu klein. Sie fand einen neuen Platz am Hafenausgang und 1901 war der Bau von Betriebsgebäuden und neuen Helgen abschlossen. Basis für die Entwicklung bis heute.

Der Dampfer war – im Gegensatz zum Segelschiff – das Schiff der Zukunft. Und die Schiffe der Flensburger Dampfschifffahrts-Gesellschaft waren das beste Beispiel für den Erfolg der neuen Technik. Die Frachter absolvierten eine Fahrt nach der anderen und die Reederei blühte auf. Und warum sollten solche Schiffe nicht auch in Flensburg gebaut werden?

So entstand die Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft. Die weitsichtigen Geschäftsleute zeigten Mut und riefen 1872 die Flensburger zur Zeichnung von Aktien für die Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft auf.

Allerdings: So ganz trauten die Flensburger dem neuen Trend noch nicht. Skeptiker lästerten über die Dampfer als „Smeukewer“, und den Skeptikern in der Constituierenden Gründungsversammlung der neuen Aktiengesellschaft wurde erklärt, dass auch Segelschiffe zum Bauprogramm gehören würden.

Daran lag es wohl nicht, dass die Versammlung zum Erfolg wurde: Die Teilnehmer waren so überzeugt von der „Notwendigkeit einer neuen Werft für eiserne Dampfer“, sodass das vorgesehene Aktienkapital von 225 000 Thalern voll gezeichnet wurde. Die Stadt stand dem Projekt wohlwollend gegenüber und hatte geeignetes Gelände an der Hafen-Westseite gegen Erbpacht zur Verfügung gestellt. Im ersten Geschäftsbericht heißt es: „Das von uns jetzt eingenommene Grundstück mit einem Areal von 27,133 Metern, welches uns derzeit von hiesiger Stadt für den Preis von Thlr. 21.051.4.10 Pf.überlassen, kostet uns jetzt laut der vorliegenden Bilanz incl. Auffüllungs- und Planierungskosten Thlr. 31,735.10.8. Pf, welches im Vergleich zu den Werthangaben der Grundstücke anderer Schiffswerften und in Anbetracht der vorteilhaften Lage unserer Werft ganz besonders billig erscheinen muß.“ Der Geschäftsbericht zeigt, dass für den Fall des Erfolgs noch Geländereserven vorhanden waren.

Das erste Schiff, dass die FSG am 3. November 1875 ablieferte, war – typisch Flensburg – das eiserne Segelschiff „Doris Brodersen“ Auch die beiden folgenden Neubauten waren Segler. Als hätte es die nicht gegeben: der erste Dampfer, den die Werft ablieferte, war am 31. Mai 1876 die „Septima“ und erhielt in der Aufzeichnung der Werft die historische Baunummer 1, bis heute sollten 762 weitere folgen.

Die Nachfrage nach Dampfern war weltweit groß, und die Flensburger Werft machte mit ihren Schiffen die Fachwelt auf sich aufmerksam. Nach nur 13 Jahren war bereits die Bau-Nummer 100 erreicht – Anlass für ein Riesenfest.

Die Schiffe, die die Reedereien in Auftrag geben, wurden immer größer. Darauf waren die alten Helgen nicht eingerichtet. Das veranlasste die FSG zum Ankauf eines rund 58  000 Quadratmeter großen Geländes am Ostseebad am westlichen Hafeneingang, Werftgelände bis heute.Dort entstanden fünf neue Hellinge. Das erste Schiff, das die nue Werft ablieferte, war der Dampfer „Fiducia“.

Die Hellinge an der Alten Werft wurden abgebrochen. Die Anlagen aber weiter genutzt zur Schiffsausrüstung nach dem Stapellauf. Erst 1972 zog auch dieser Bereich auf die neuen Anlagen. Die Fahrzeugbau-Gesellschaft fand Platz in der alten Werft.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Apr.2015 | 15:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen