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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 12:03 Uhr

Südermarkt : Plattform unter Beschuss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Plattform am Südermarkt ist nach acht Jahren der Ruhe erneut in der Diskussion. Die FDP will eine gastronomische Nutzung auf dem Dach des Gebäudes.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Er ist wieder auf der kommunalpolitischen Bühne angekommen: der Südermarkt, Flensburgs gute Stube unter der Nikolaikirche. Die FDP hat ihn dahin befördert, weil die Liberalen gern eine gastronomische Nutzung für die ungeliebte Plattform hätten – nicht zuletzt, um die „Straßenszene“, die die Plattform „zum Trinken und zum dauerhaften Aufenthalt“ nutze, dort wegzubekommen. Die Reaktion der anderen Parteien im Umwelt- und Planungsausschuss ging weit über das Ziel der FDP hinaus. Tenor: Weg mit dem Ding.

Das Bauwerk aus den 70er Jahren findet in der Bevölkerung wenig Akzeptanz, schreibt die FDP in ihrem Antrag. Die Plattform „fristet ihr Dasein“, so Christian Koch im Planungsausschuss. Deshalb schwebt der FDP zum Beispiel ein Straßencafé vor, das möglicherweise gemeinsam mit dem Imbiss im Erdgeschoss bewirtschaftet werden könnte.

Am Ende stimmte außer Koch niemand für diesen Antrag; es hagelte Nein-Stimmen, lediglich die Vertreter der WiF enthielten sich. Man dürfe nichts tun, was den derzeitigen Zustand verfestige, sagte Arne Rüstemeier (CDU). „Ich würde die Plattform am liebsten in FDP-Gelb anstreichen, damit noch mehr Leute sie am liebsten sofort abreißen wollen.“

Er könne verstehen, dass man „eine städtebauliche Wunde heilen möchte“, sagte Planungschef Peter Schroeders, der schon 1998 beim ersten Versuch einer Überplanung im Rathaus dabei war. Man sollte jedoch „keine Präjudizien setzen“. Immer mal wieder bemühe man sich, „eine Förderkulisse“ für eine Umgestaltung des Südermarktes aufzubauen. SSW-Vertreter Glenn Dierking („Die Plattform ist das Krebsgeschwür dieser Stadt“) brach eine Lanze für den Entwurf des dänischen Architekten Exner, dessen Oktogon 2006 viel Zuspruch fand, am Ende aber doch nicht zum Zuge kam. Jegliche Form der Bebauung des Südermarktes stieß vor allem bei der Bevölkerung auf heftigen Widerstand, so dass die Stadt am Ende die Pläne für eine Hochbebauung jedes Mal fallen ließ. Und die ungeliebte Plattform hat bis heute überlebt.

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