zur Navigation springen

Kindergarten Harrislee : Plattdeutsch lebt in der Kita

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Freitags bringen Ehrenamtliche den Vier- bis Sechsjährigen in den ADS-Kindergärten spielerisch Plattdeutsch bei. Die Sprache kann bei zusätzlichen Vernetzungen im Gehirn helfen.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 16:00 Uhr

„Fridag is Plattdüütsch-Dag“ im Harrisleer ADS (Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig)-Kindergarten Am Hechtenteich. Dann mischen sich die Ehrenamtlichen Waltraut Walter, Gerhard Düring, Hinnerk Todt und Elke Hötschfeld in ihre Gruppen der Vier- bis Sechsjährigen: „Moin moin, leve Lüüd, wi snackt Plattdüütsch hüt.“ Mit allen Sinnen, fröhlichen Bewegungsliedern, Spielen, Klatschen und Stampfen lernen Jenny, Paula, Nikita und all die anderen Steppkes ganz nebenbei Plattdeutsch zu sprechen.

In allen ADS-Kindergärten sei das Sprachenprofil verankert, erklärt Susanna Leschinski, Leiterin des Kindergartens Am Hechtenteich: „Wir haben uns für Plattdeutsch entschieden.“ Das gelte auch für den Kindergarten Süderstraße. „Es ist etwas, das lebt“, betont sie: Die neue Sprache bringe Vernetzungen im Gehirn, schaffe Datenautobahnen und die Möglichkeit, auch weitere Sprachen zu lernen. Freudig, stolz und ernsthaft seien die Kleinen dabei, berichtet Erzieherin Annelene Voigt, Plattdeutsch-Beauftragte im Hause, eigens hierfür fortgebildet im Zentrum für Niederdeutsch in Leck, wo bereits rund 70 meist in Kindergärten, aber auch in der Altenpflege Tätige die sechs ganztägigen Sprach-Module durchlaufen hätten.

„Man sieht, dass die Kinder die Sprachmelodie verstanden haben“, hat Voigt beobachtet. Als einem der Lütten etwa das Wort Büx für Hose nicht einfiel, kreierte er einfach das platt klingende „Hos“. Die Wertschätzung für das Plattdeutsche, es zu lernen, fördere spürbar die Toleranz und das Verständnis für Kinder mit anderen Muttersprachen. Gerade Kinder mit Migrationshintergrund seien geübt im Sprachen lernen und lernten Platt schnell und begeistert.

„Es ist ein Begegnen, ein Sich-Öffnen, nicht nur gegenüber dieser Sprache“, meint Ingwer Oldsen, Leiter des Plattdüütsch-Zentrums in Leck, dem rund 240 Mitglieder, zwei Drittel davon Ämter und Gemeinden, im Landesteil Schleswig, angehören: „Wir wollen nicht verwalten, sondern in die Zukunft sehen.“ „Platt för de Lütten“ in Kindergärten passe da besonders ins Konzept. Erst kürzlich haben sich die Mitglieder des Plattdeutsch-Zentrums zur Jahresversammlung und „Plattdeutsch-Konferenz“ im Harrisleer Partner-Kindergarten zusammen gefunden „un en wunnerboren Inblick in de Arbeit“ bekommen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen