Stadtplanung : Planungspause am Nordertor?

Stark umstritten: Der Neubau raubt dem Nordertor die Wirkung, kritisiert der Verschönerungsverein.  Foto: Dewanger
Stark umstritten: Der Neubau raubt dem Nordertor die Wirkung, kritisiert der Verschönerungsverein. Foto: Dewanger

Der Verschönerungsverein fordert für die Umgestaltung des I.C.Möller-Platzes ein Moratorium und wünscht sich einen "Rückbau" des Phänomenta-Anbaus - für freie Sicht aufs Nordertor.

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16. Januar 2009, 10:34 Uhr

Flensburg | Auch ein knappes Jahr nach der Fertigstellung und Einweihung hat sich der Verschönerungsverein nicht mit dem blauen Anbau der Phänomenta versöhnt. In seiner Kritik an dem gläsernen Bauwerk nach den Plänen des Hamburger Architekten Klaus Sill sieht er sich von vielen Bürgern und auch von Teilen der Ratsversammlung unterstützt. Deshalb verfolgt der Verein, der vergeblich versucht hatte, das Bauprojekt zu verhindern, jetzt zweierlei: ein Moratorium - also ein Planungsstopp für den zweiten Bauabschnitt an der anderen Seite des Nordertors - und den Rückbau des blauen Neubaus um einige Meter weg vom Wahrzeichen.

Ob vor allem der zweite Wunsch eine realistische Chance auf Verwirklichung hat, hat der Verein noch nicht sondiert. Die zweite Vorsitzende Cordelia Feuerhake hat eine provisorische Zeichnung angefertigt, mit der angedeutet wird, wie der umstrittene Neubau "zurückweichen" könnte. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass die Phänomenta den verlorenen Platz an anderer Stelle durch Anbauten oder Anmietungen wett machen kann.
Weiterer Neubau an Ostseite des Nordertors geplant
Mit Blick auf die weiteren Flächen am I.C.Möller-Platz schlägt der Verein vor, von einer großräumigen Bebauung abzusehen. Stattdessen regen Feuerhake und Vorsitzender Friedrich Schreiber eine gemäßigte Begrünung des Platzes und eine Gestaltung als "Phänomenta-Park" an; womöglich könnte man auch ein kleines Café bauen. Die vorhandene Mauer findet sich ebenso wie die seinerzeit heiß bekämpften Arkaden nicht mehr in dieser Ideenskizze.

Wichtigstes Ziel sei jedoch ein Moratorium. Der Verschönerungsverein hat hierüber schon mit mehreren Kommunalpolitikern gesprochen. Es sei wichtig, einen formalen Planungsstopp zu beschließen, um auch tatsächlich einen Weiterbau nach den Sill-Plänen zu verhindern. Der aus Flensburg stammende Architekt schlägt vor, an der Ostseite des Nordertors ebenfalls einen größeren Neubau zu errichten, der ähnlich gestaltet werden soll wie der blaue Glasanbau. "Das würde alles noch schlimmer machen", so Schreiber und Feuerhake.

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