Wissenschaft in Flensburg : Planetarium zieht auf den Campus

Die Veranstaltungen des Planetariums sind nach wie vor gut besucht.
Die Veranstaltungen des Planetariums sind nach wie vor gut besucht.

Hochschule plant Neubau und Schließung der alten Einrichtung

shz.de von
31. März 2017, 06:27 Uhr

Die Tage des Menke-Planetariums an der Glücksburger Fördestraße sind gezählt. Die Hochschule Flensburg plant offenbar einen Neubau auf dem Campus und eine Schließung des in die Jahre gekommenen Planetariums in Glücksburg. Was mit dem von Josef Menke 1969 errichteten Gebäude geschehen wird, steht noch nicht fest.

Die Hochschule Flensburg hält sich mit konkreten Aussagen noch etwas zurück: „Eine Entscheidung über einen Umzug des Hochschulplanetariums auf den Campus ist noch nicht getroffen worden. Es gibt lediglich Überlegungen hierzu“, sagte gestern auf Anfrage die Kanzlerin der Hochschule, Sabine Christiansen. In Glücksburg hingegen wird die Schließung bereits als Tatsache gehandelt. Vor wenigen Tagen hat Tourismus-Chef Gorm Casper die Kommunalpolitiker und Bürgermeisterin Franke über die Schließungspläne informiert. „Ich bin sehr traurig darüber“, sagte die Bürgermeisterin, denn das Planetarium sei ein „kleines Schmuckstück“ für die Stadt.

Die Hochschule Flensburg denke im Zuge ihrer strategischen Ausrichtung über einen Neubau auf dem Campus nach, so Christiansen weiter. Der werde einen größeren Kuppeldurchmesser und mehr Sitzplätze aufweisen. Zudem überlege die Hochschule, die hochmoderne Digitaltechnik (Digistar 5) für die Lehre im Bereich der Medieninformatik einzusetzen. Durch eine Verlegung des Planetariums auf den Campus rechnet die Hochschule auch mit steigenden Besucherzahlen aus dem Stadtgebiet und dem westlichen Umland. Jedes Jahr besuchten bisher rund 8000 Gäste die Vorführungen in Glücksburg. Rund die Hälfte von ihnen seien Schüler. Als Standort ist offenbar ein freies Geländestück zwischen dem Haupt-Gebäude und der Thomas-Fincke-Straße im Gespräch. Zurzeit hat die Hochschule eine Analyse an ein Architekturbüro vergeben, die Grundlage weiterer Planungen und Entscheidung sein soll, sagte die Kanzlerin weiter.

Ein weiterer Grund ist wohl der erhebliche Sanierungsbedarf des betagten Gebäudes in Glücksburg. Es heißt, dass die Hochschule erhebliche Heizkosten schultern muss. Die Reparaturen an der Außenfassade müssen jedoch nach den Vorgaben des Denkmalschutzes erfolgen.

Tourismus-Chef Gorm Casper bedauert die Entscheidung mit Blick auf Glücksburg, sieht für Flensburg und die Region jedoch auch Chancen, weil ein neues Planetarium größer sein als das alte und mit dem Standort in Flensburg gewiss auch mehr Besucher anlocken würde.

Der Wissenschaftler und Unternehmer Josef Menke hatte das Planetarium 1969 erbaut; die Wiedereröffnung durch die Fachhochschule war 1996 nach längerer Schließung, vier Jahre später kam es auch in den Besitz der Hochschule.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen