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Internet in der Innenstadt : Pläne für freies W-Lan in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Flensburger Rathaus konkretisiert die Möglichkeiten für offen empfangbares Internet im öffentlichen Raum – zwei Varianten sind denkbar.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 12:07 Uhr

Flensburg | Die Pläne der Stadt für ein flächendeckendes W-Lan (Wireless Local Area Network) zumindest in der Innenstadt werden konkreter. Seit einigen Monaten beschäftigt sich die Abteilung für Stadtentwicklung auf Bitten der Politik mit den Möglichkeiten, mobiles Internet an vielen Orten zur Verfügung zu stellen. Zielgruppe sind vor allem Touristen, aber auch Bürger, die sich mobiles Internet nicht leisten können.

Anja Starick (Stadtentwicklung) erläuterte im Umwelt- und Planungsausschuss die beiden möglichen Varianten eines öffentlichen, kostenfreien W-Lan-Netzes. Die erste würde aus an stark frequentierten Orten aufgestellte Masten mit WLan-Routern (Sendern) bestehen, die theoretisch eine Reichweite von 300 Metern, im bebauten Stadtgebiet aber eher von 50 bis 100 Metern haben. Nicht alle Masten müssten mit dem im Boden verlegten Glasfasernetz verbunden werden; einzelne könnten auch über Richtfunkantennen verbunden werden. Vorerst hat Anja Starick 25 Orte vom Bahnhof bis zum Ostseebad vorgeschlagen, darunter die Fußgängerzone, die Hafenspitze, Norder- und Südermarkt.

Ein professionelles Netz nach diesem Konzept könnten die Stadtwerke oder ein externer Anbieter installieren und betreiben, so Starick. Die Kosten für den Erstaufbau bezifferte sie auf 2000 Euro pro Standort, mithin 50.000 Euro bei 25 Standorten. Die laufenden Kosten für das Internet würden 25.000 Euro jährlich betragen.

Ein ganz anderes Modell firmiert unter der Bezeichnung Freifunker. Das hat den besonderen Charme, dass es (fast) nichts kostet, denn es wird von Bürgern zur Verfügung gestellt – den Freifunkern. Das ist eine Gruppe von Bürgern, die das Ideal eines nicht beschränkten, frei verfügbaren Internets an möglichst vielen öffentlichen Orten verfolgen. Es funktioniert, indem möglichst viele Bürger einen Teil ihres Internet-Anschlusses öffentlich zur Verfügung stellen. Dies geschieht mit Hilfe eines speziellen, einfachen, billigen Routers, den Anja Starick den Ausschussmitgliedern zeigte. Der SSW hat sich bereits öffentlich zu diesem Modell bekannt und 30 Router gekauft und dem Verein „Freifunk“ zur Verfügung gestellt. Allerdings bringe diese Variante einige Rechtsfragen mit sich. So sei es komplett anonymisiert, auch Filter zum Jugendschutz seien nicht möglich. Justitiar Jessen sah eine „hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Stadt in der Haftung sei“, wenn in diesem Netz zum Beipsiel Verstöße gegen das Urheberrecht begangen werden.

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