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Flensburger Diako und Malteser : Plädoyer für neue Klinik am Stadtrand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gesundheitsökonom Hans-Heinrich Rüschmann skizziert seine Ideallösung – und die Politik stellt selten einmütig neue Forderungen

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 05:39 Uhr

Ein ausgewiesener Fachmann und intimer Kenner der norddeutschen Krankenhauslandschaft stellt den Planern getrennte Neubauten von Diako (128 Millionen Euro) und St. Franziskus (66 Millionen) ein schlechtes Zeugnis aus: „Ich halte das für problematisch, was da passiert“, sagte der Gesundheitsökonom Hans-Heinrich Rüschmann, der insbesondere als Berater zur Krankenhaus-Finanzierung und Krankenhaus-Planung gefragt ist. Als beste Lösung skizzierte er ein zentrales medizinisches Versorgungszentrum, das am Stadtrand alle Kompetenzen bündele, gut erreichbar sei, ausreichend Parkplätze zur Verfügung stelle und auch zukünftigen Entwicklungen wie dem Trend zu ambulanten Operationen Rechnung trage: „Dass Patienten hin- und hergefahren werden zu verschiedenen Therapien halte ich für extrem unglücklich.“

Als Problem der beiden Krankenhäuser auf der Westlichen Höhe bezeichnete er, dass in der Vergangenheit schon viele Fakten geschaffen worden seien. Dennoch plädiert Rüschmann dafür, nun nach vorne zu blicken: Der Gesundheitsökonomie-Professor hat viele Jahre für Schleswig-Holstein an Krankenhausbedarfsplänen gearbeitet. In Flensburg bereitete er die Integration der Städtischen Frauen- und Kinderklinik in die Diako in den 90er Jahren sowie den Klinik-Verbund Diako-Malteser 2006 mit vor. Ob die zur Verfügung stehenden knapp 200 Millionen Euro für eine neue Klinik auf der grünen Wiese ausreichen? „Im Zweifel nicht“, sagt Rüschmann, „dennoch kann es langfristig günstiger werden.“

Unterdessen bringen alle sieben Flensburger Ratsfraktionen in seltener Einmütigkeit eine Beschlussvorlage in den Planungsausschuss am Dienstag ein, die – anders als zunächst berichtet – doch keine Bauhindernisse vorsieht. Ähnlich wie der Diako vor Wochen wolle der Planungsausschuss auch den Maltesern den Aufstellungsbeschluss als ersten Schritt zum Baurecht jetzt gewähren. „Wir haben im Grunde keine hinreichende Entscheidungsgrundlage“, sagte SPD-Fraktionschef Helmut Trost, der die Initiative für den gemeinsamen Antrag ergriffen hatte. Dazu gehöre, dass der Politik ausreichende Informationen auch über Alternativen vorliegen. Die Politik verlangt von der Verwaltung „eine Entscheidungsmatrix“ mit den wesentliche Kriterien zu den Alternativen „Neubau auf anderer Fläche“ und „Umbau und Sanierung im Bestand“. Dazu gehörten sämtliche stadtentwicklungspolitischen, finanziellen und medizinischen Aspekte.

Indessen hat sich bei der Landtagskandidatenrunde der Umlandpolitiker auf Zuschauernachfrage keiner für die geplanten zwei Neubauten an den historischen Standorten stark gemacht. Auch SPD-Kandidat André Hense äußerte sich skeptisch, und Flemming Meyer (SSW) erinnerte an die frühere Idee eines Klinikums in Grenznähe.

tarp

Doku und Komm Seite 8

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