Gegen Plastiktüten : „PimpMyBag“: Kreativ gegen die Meeresverschmutzung

Kreieren die Statement-Beutel: Elena Osterholz, Santa Igaunis, Luca Bögemann, Laura Petersen und Anna Marczyschewski (v. l.)
Kreieren die Statement-Beutel: Elena Osterholz, Santa Igaunis, Luca Bögemann, Laura Petersen und Anna Marczyschewski (v. l.)

Fünf AVS-Schülerinnen rücken der Plastik-Pest mit Filzstift, Nadel und Faden zu Leibe. Sie sammeln gespendete Beutel und verschönern diese auf unterschiedlichste Weise.

shz.de von
18. Juli 2015, 14:30 Uhr

Flensburg | „Es ist doch ganz einfach: Damit weniger Plastiktüten verwendet werden, muss die Nutzung von anderen Materialien attraktiver gemacht werden“, sagt die 15-jährige Henrike Jehn, als gäbe es nichts Offensichtlicheres auf dieser Welt. Sie und ihre fünf Mitschülerinnen der 9. Klasse der Auguste-Viktoria-Schule machen sich mit dem Projekt „PimpMyBag“ dafür stark, dass die Flensburger öfter zu Stoff- und Jutebeuteln greifen und die umweltschädlichen Plastiktüten links liegen lassen.

Der Name des Projekts, der auf Deutsch so viel bedeutet wie „Motz meinen Beutel auf“, ist Programm. Die sechs kreativen Mädchen sammeln gespendete Beutel und verschönern diese auf unterschiedlichste Weise: Bordüren aufnähen, bemalen, Schablonen applizieren – Ideen gesammelt haben sie schon viele. „Am Ende sollen es echte Statement-Taschen sein“, sind sich die Mädchen einig.

Inspiriert wurden sie von ihrem Geographielehrer Karsten Bornemann, der in seinem Unterricht nicht nur über die verheerenden Folgen von Plastik aufklärte, sondern auch auf den Flensburger Schulwettbewerb „Plastik vermeiden“ aufmerksam machte.

Nachdem die Beutel gewaschen und mit dem selbstentworfenen Logo versehen wurden, kann die Sechsertruppe endlich zur Handarbeit schreiten – immerhin 130 Beutel und viele bunte Stoffreste wurden ihnen schon gespendet.

An zwei Sonnabenden werden die sechs Schülerinnen einen Stand auf dem Südermarkt haben und die Beutel dort verteilen. „Besonders wichtig ist uns, die Marktbesucher über Plastik zu informieren. Dass Mikroplastik-Partikel sogar in Duschgel und Zahnpasta enthalten sind und durchs Abwasser in die Ozeane gelangen, hat uns selbst total überrascht“, berichtet Santa Igaunis.

Schulleiter Markus Eckert sichert dem Team seine moralische Unterstützung zu: „Es ist toll, wie sich die Schülerinnen für Nachhaltigkeit engagieren“. Und das Engagement geht nach dem Unterricht zu Hause weiter: Der schulweite Aufruf, Beutel zu spenden, die Organisation des Marktstandes, die Sponsorensuche, das Erstellen von Infomaterial und Logo und eine eigene Facebook-Seite – all das haben die 15-Jährigen übernommen.

Mit einem Dokumentationsvideo bewerben sie sich beim Schulwettbewerb, der von der Stadt ausgeschrieben wurde. Gesucht werden originelle Beiträge mit Signalwirkung, die dazu geeignet sind, auch im Rahmen zukünftiger Kampagnen die breite Öffentlichkeit Flensburgs zu erreichen.

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