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Aktion „Geht doch“ : Pilger starten von Flensburg zur Weltklimakonferenz nach Paris

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Um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen, machen sich Pilger mit dem Segen der Kirchen auf den Weg nach Paris. Eine Rolle spielt bei dem Thema auch die Flüchtlingsproblematik.

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erstellt am 13.Sep.2015 | 17:10 Uhr

Flensburg | Die Frage nach Auswirkungen des Klimawandels auf Migration hat am Sonntag beim bundesweiten Auftakt des ökumenischen Pilgerwegs zur Weltklimakonferenz in Paris im Mittelpunkt gestanden. Der Start in Flensburg wurde mit einem Gottesdienst und einem Festakt begangen. Zunächst hatten sich Vertreter verschiedener Kirchen, Politiker und Pilger in der Kirche St. Nikolai in der Innenstadt zusammengefunden. Eine der beiden Predigten hielt die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Katrin Göring-Eckardt. „Wir sind hier, weil uns die Bewahrung der Schöpfung ein Herzensanliegen ist“, sagte sie.

Mit dem gemeinsamen Pilgern unter dem Motto „Geht doch!“ wollen Kirchen und Verbände auf die globale Dimension des Klimawandels aufmerksam machen. Auch Vertreter von griechisch-orthodoxer Kirche und muslimischen Gemeinden waren in Flensburg dabei. Der Weg führt die Pilger in einer ersten Etappe nach Hamburg, wo es am 26. September eine Schiffsparade geben wird. Die Klimakonferenz beginnt am 30. November in Paris. Details zur Route gibt es hier.

Flüchtlingssituation in Europa

Die Lage der Flüchtlinge in Europa stand auch im Flensburger Gottesdienst im Mittelpunkt. Es werde auch in der Kleinstadt deutlich, welche Auswirkungen Krieg und Armut haben, sagte der Schleswiger Bischof der Nordkirche, Gothart Magaard. Was Flüchtlinge und Pilger verbinde, sei die Hoffnung, „über alle menschengemachten Grenzen hinweg“ das zu finden, was dem Leben und Überleben diene. Man müsse sich aber Sorgen darüber machen, wie die Flüchtlinge unterkommen, ob es noch genug Hallen und Helfer gebe, sagte Göring-Eckardt. Die Menschen in Deutschland müssten sich auf Veränderungen einstellen, gewohnte Orte aufgeben. „Wir werden in einem anderen Land leben“, sagte die Politikerin. „Ich freue mich darauf.“ „Sei Hüter der Schöpfung“, mahnte der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, Guy Liagre, die Zuhörer. „Sei Hüter deiner Umwelt.“ Man müsse denen gerecht werden, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hätten. Machten sich erst geschätzte 400 Millionen Klimaflüchtlinge auf den Weg, „da werden wir in einen Super-GAU hineinsteuern“, sagte Schirmherrin Karin Kortmann, Vizepräsidentin im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, in einem Pressegespräch nach dem Gottesdienst. Dabei seien die Industriestaaten verantwortlich für den Klimawandel.

Die „Migrationswelle“ sei fast nicht mehr zu bewältigen, sagte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). Es sei zu fragen, was geschehe, wenn in Afrika Hungersnöte auftreten. Die Energiewende müsse in großen Schritten angegangen werden, um den Schwellenländern ein Vorbild zu sein, sagte Göring-Eckardt.

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