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Weltklimakonferenz : Pilger sind auf dem Weg nach Paris

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit einem Gottesdienst und einem Festakt wurden in Flensburg Menschen Richtung Weltklimakonferenz verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Der Startschuss ist gefallen: Zahlreiche Pilger haben sich gestern Mittag nach einem Gottesdienst in der Kirche St. Nikolai unter dem Motto „Geht doch“ auf den Weg in Richtung Paris gemacht. Mit ihrer wochenlangen Wanderung wollen die Menschen auf die globale Dimension des Klimawandels aufmerksam machen. Am 30. November werden sie in der französischen Hauptstadt zur Weltklimakonferenz ankommen.

Bereits am Sonnabend begrüßten Pröpstin Carmen Rahlf, der stellvertretende Stadtpräsident von Flensburg, Erich Seiffen, und Henning Brüggemann, Bürgermeister und Vorsitzender des Klimapaktes, eine Gruppe von Pilgern, die am Nordkap gestartet sind. Sie erreichten das Flensburger Nordertor nach ihrer letzten elf Kilometer langen langen Etappe, die im dänischen Bau begonnen hatte. Am Sonnabendnachmittag nahmen sie an einem Klimaschutz-Symposium im Flensburger Schifffahrtsmuseum teil, bei dem unter anderen der Klimaexperte Prof. Olav Hohmeyer referierte.

„Sowohl die Pilger als auch der Klimaschutz haben noch lange Wege vor sich“, fasst Henning Brüggemann bei der Begrüßung der Pilger am Nordertor zusammen, „mögen sie bald dort ankommen, wo sie hin wollen“. Brüggemann begrüßte es, dass der Pilgerweg durch Deutschland in Flensburg startet – der Stadt, die sich mit dem Klimapakt besonders für das Klima stark macht.

Pröpstin Carmen Rahlf hob in ihrer Begrüßung die internationalen Aspekte hervor: „Die Pilger setzen sich über Ländergrenzen hinweg für die Bewahrung der Schöpfung und für Frieden und Gerechtigkeit ein“, sagte sie. Mit dem Pilgern setzen sie ein politisches Zeichen, dass es so nicht weiter gehen kann.

In Etappen durch ganz Deutschland bis nach Paris pilgern die Menschen verschiedener Nationalitäten und Konfessionen. Ihren Pilgersegen bekam die Gruppe am Flensburger Südermarkt von zahlreichen Prominenten, unter anderem der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90  /  die Grünen, Karin Göring Eckardt, dem Minister für Landwirtschaft von Schleswig Holstein, Robert Habeck, dem Bischof für Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, dem Erzpriester der griechisch-orthodoxen Kirche und von Sedat Simsek von der Islamischen Religionsgemeinschaft.

Vor dem Start der Pilger bedankte sich Bischof Gothart Magaard beim Talk auf dem Podium für diesen wunderbaren Auftakt in Flensburg. Er sagte: „Die Pilger setzen ein Zeichen für die Klimagerechtigkeit. Sie zeigen, dass die Menschen darauf warten, dass die Politiker auf dem Klimagipfel den Worten nun endlich Taten folgen lassen und Entscheidungen mit wirklichen Folgen treffen.“

Auch Robert Habeck wertete das bürgerschaftliche Pilger-Engagement als Aufforderung an die Klima-Politiker, nicht länger wegzuschauen, sondern endlich etwas zu tun. Noch weiter ging in ihren Forderungen die Schirmherrin der Klimapilger-Aktion und Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Karin Koortmann, die sich für ein Durchgriffsrecht der UN aussprach.

Vor dem Pilgerstart mit zahlreichen Infoständen und Aktionen rund um das Thema Klima auf dem Südermarkt predigten Karin Göring-Eckhardt und der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, Guy Liagre, in der mit rund 400 Gästen vollbesetzten St. Nikolai-Kirche. Karin Göring-Eckhardt ging darauf ein, dass die derzeitige Welt nicht so sei, dass die Hungernden satt würden. „Aber wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, sondern brauchen Antrieb, etwas zu wagen.“ Sie forderte alle auf, sich an die Seite derer zu stellen, die unter Gewalt, Krieg, Hunger und den Folgen des Klimawandels leiden. „Wir müssen finanzielle und ökologische Verantwortung übernehmen“, sagte sie.

Die erste Etappe führt die Pilger nach Rendsburg, danach geht es weiter nach Hamburg, Bremen, Osnabrück, Dortmund, Wuppertal, Remagen, Perl, Sainte Menehould und Montmirail in die französische Hauptstadt.



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