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Die "Top 30" : „Pfefferminze“ ist als Vorname tabu

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Vornamensstatistik verzeichnet die 30 beliebtesten Namen: Ben und Jonas führen bei den Jungs, Marie und Sophie bei den Mädchen

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Wenn eine Thorke ihren Sohn Rune zur Ordnung ruft und in der Schule neben Teiken und Delf der kleine Arfst sitzt, ist man mit Sicherheit im Norden Schleswig-Holsteins. In der Top 30 sind die immer beliebter werdenen friesischen Namen aber kaum vertreten.

Markus Gose und Jessica Hinrichs wollten für ihren Sohn einen einfachen Namen. Einen, den er selbst später schnell sprechen und schreiben lernen kann. Und es sollte ein deutscher Name sein, so blieb für sie nur Lars – der ist inzwischen sieben Monate alt.

Der Name selbst ist seit den 50er-Jahren in Deutschland verbreitet und die schwedische Kurzform des deutschen Lorenz. Eine weitere Form des Names ist „Lasse“, dieser gehörte in den letzten Jahren zu den beliebten Vornamen in Flensburg. Überlegt hatten Gose und Hinrichs auch über Finn und Jonas. Bei den beiden Namen wären sie dann auch unter die Top 30 der Flensburger Vornamenstatistik gekommen. In der offiziellen Statistik des Standesamtes Flensburg sind für 2013 genau 1553 Kinder verzeichnet. Dabei haben 792 von ihnen nur einen Vornamen bekommen, 692 haben zwei Vornamen und 60 Kinder sind es mit drei Vornamen. In der Hitliste der Vornamen gibt es bei den Mädchen kaum Bewegung: Seit vier Jahren sind die beiden Spitzenreiter „Marie“ und „Sophie“. Bei den Jungen wechseln die beliebtesten Namen öfter. Im letzten Jahr waren es noch „Lasse“ und „Noah“, dieses Jahr sind es „Ben“ und „Jonas“. „Noah“ ist auf Platz 15 abgerutscht und „Lasse“ lässt sich überhaupt nicht mehr in den Top 30 finden.

Onomastik ist die Wissenschaft der Namen. Wer Fragen zum eigenen Namen oder zu denen der zukünftigen Kinder hat, kann die Namenberatungsstelle der Leipziger Universität kontaktieren. Dort werden auch Gutachten erstellt, die bei Standesämtern und Gerichten vorgelegt werden können um einen bestimmten Vornamen durchzusetzen. Dass manche Namen nicht durchzusetzen sind, zeigt ein Beispiel vor dem Amtsgericht Traunstein: Die Juristen entschieden, dass „Pfefferminze“ als weiterer Vorname nicht eintragungsfähig ist.

Bei Christin Christmann war es sehrviel einfacher. Sie wollte gemeinsam mit ihrem Partner einen frechen Namen für ihren Sohn. Als erstes dachten sie über „Nicklas“ nach, der war ihnen aber zu lang. Der Einfachheit halber wurde es daher Nick. Der Name ist besonders im englischsprachigen Raum verbreitet und ursprünglich ist es die Kurzform von Nikolaus. Sechs Päpste gab es bereits mit diesem Namen, vielleicht wird der kleine Nick seinen Namensvettern irgendwann folgen.

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