Pfadfinder bereit für den Kulturschock

Will den Japan-Trip mit den Pfadfindern genießen: Peer Mundt.
Will den Japan-Trip mit den Pfadfindern genießen: Peer Mundt.

15-jähriger Schüler fliegt heute nach Japan und nimmt dort am Weltpfadfindertreffen in Yamaguchi teil

shz.de von
13. Juli 2015, 19:01 Uhr

Ins Land der aufgehenden Sonne wollte Peer Mundt schon immer einmal reisen. Doch es fehlte die Gelegenheit dazu. Heute wird der Traum für den 15-jährigen Schüler vom Stamm Duburg wahr, denn er fliegt mit einer Gruppe von 40 Pfadfindern des Bundes der Pfadfinder (BdP) nach Japan –als einer von zwei Schleswig-Holsteinern, die dort am „23. World Scout Jamboree“, dem Weltpfadfindertreffen, teilnehmen. Insgesamt werden in Yamaguchi 30  000 Jugendliche aus aller Welt erwartet, davon 1100 von deutschen Stämmen.

Von Frankfurt aus geht es heute über Peking in die japanische Hauptstadt Tokio. Peer, der seit 2007 Pfadfinder ist, freut sich nicht nur auf die vielen neuen Kontakte, die er knüpfen wird, sondern auch auf das Gastgeberland. „Japan hat mich schon immer fasziniert“, erzählt er. „Das Ungewisse reizt mich.“ Da lag es auch nahe, dass er sich mit dem asiatischen Land im Rahmen eines Projekts in der 9. Klasse beschäftigt hat.

Seit knapp einem Jahr weiß er, dass er mit anderen Jugendlichen zum Weltpfadfindertreffen fahren darf. Für ihn ist es eine einmalige Chance, denn das Treffen ist nur für junge Leute zwischen 14 und 17 Jahren.

Zeit für Langweile oder Heimweh hat er nicht, denn ihn erwartet ein volles Programm. In den ersten Tagen nach der Ankunft ist eine Wanderung in den Bergen geplant. Dort erkunden die Pfadfinder das Gelände. Außerdem geht es für fünf Tage in eine Gastfamilie. Mit der wird sich Peer auf Englisch verständigen. Ein paar japanische Wörter kann er aber auch: „Konnichiwa“ (Guten Tag), „Ohayo“ (Guten Morgen) und „Watashi wa Peer desu“ (Ich heiße Peer).

Auf das große Zeltgelände, das sich auf einer aufgeschütteten Halbinsel befindet, geht es am 28. Juli. Dort gibt es ein eigenes Krankenhaus und einen eigenen Supermarkt, in dem aber nur die Küchenteams einkaufen. Alles andere sei organisatorisch nicht möglich, erklärt Jan Scheder, Peers Leiter. Scheder ist begeistert, dass die jungen Leute in Japan viel erleben.

„Sie lernen auch die anderen Pfadfinder-Kulturen kennen“, sagt er. Wie diese in Großbritannien aussieht, weiß Peer schon: „Die sind da eher militärisch gedrillt.“ Auf dem Platz wird Peer mit vier anderen Jugendlichen in einem Zelt schlafen, das sie selbst aufschlagen müssen. Die Zelte haben vor drei Monaten in einem Container per Schiff ihre Reise angetreten.

Bis zum 8. August bleibt der 15-Jährige in Japan. Dass er schon vor Ferienbeginn aufbricht, ist für den Leiter der Gemeinschaftsschule Satrup kein Problem. Dieser befreite Peer für die letzte Woche vor den Ferien vom Unterricht. Auch Peers Familie unterstützt den Abenteurer und freut sich, dass sich ihm diese Gelegenheit bietet. „Sie haben viel gespart“, erzählt der junge Pfadfinder stolz. Wenn es ihm in Japan gefällt, möchte er auf jeden Fall noch einmal hinfliegen. „Du kommst aber wieder“, mahnt sein Gruppenleiter und lacht. Das ist für Peer kein Thema. Schließlich möchte er in zwei Jahren zu den Rovers, der Gruppe ab 17 Jahren, beim BdP-Stamm Duburg.

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