Unicef Flensburg : Peter Ustinov und die fleißigen Ameisen

Im April erst hat Außenminister Heiko Maas das Flüchtlingslager al-Asra in Jordanien besucht. Auch die Flensburger Unicef-Mitarbeiter engagieren sich für die Situation der Kinder in Jordanien, darunter 380  000 geflüchtete Kinder aus Syrien.
Im April erst hat Außenminister Heiko Maas das Flüchtlingslager al-Asra in Jordanien besucht. Auch die Flensburger Unicef-Mitarbeiter engagieren sich für die Situation der Kinder in Jordanien, darunter 380 000 geflüchtete Kinder aus Syrien.

Unicef-Gruppe Flensburg feiert 50. Geburtstag mit Gästen und erinnert an Highlights

shz.de von
23. August 2018, 11:57 Uhr

Zur gleichen Zeit, zu der Flensburger Kinder ihre gelbe Mützen aufsetzen und nun als Schulanfänger starten, berichtet Klaudia Werth, dass heutzutage neun von zehn Kindern in der Welt die Schule besuchen. Im Jahr 1960 sei es nur jedes zweite Kind gewesen. Die Ökonomin und Mitglied der Geschäftsleitung von Unicef in Köln zählte zu den Gratulanten, die gestern Vormittag im Hotel Hafen Flensburg 50-jähriges Bestehen der Flensburger Arbeitsgruppe feierten und vor allem an Erreichtes erinnerten.

Anlass der Gründung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen war im Jahr 1946 die Situation der Kinder im Nachkriegsdeutschland. Heute setzt sich Unicef für Kinder in 150 Ländern ein – auf Grundlage der Kinderrechtskonvention von 1989. Der Stadt Flensburg im Jahr 1968 spricht Klaudia Werth enormen Weitblick aus, „sich für Kinder zu engagieren, die so weit weg sind“ und vermutet, dass eine „Stadt am Meer“ die Welt mit anderem Blick betrachtet. Sie lobte die Familie Meesenburg um Herta, die sich seit Mitte der 80er für Unicef einsetzt – eine regionale Gruppe, die seit 37 Jahren zugunsten des Kinderhilfswerks wandere, und die Doppelspitze Marlies Försterling und Doris Obal.

Die beiden sind „Freundinnen im echten Leben“ und wollten eigentlich nie Leiterinnen werden. Doch irgendwann ging es nicht mehr ohne eine solche Struktur. Sie sind nun seit 23 Jahren dabei. Ein Highlight, so sagen Obal und Försterling, war der Empfang in Berlin zum 50. von Unicef Deutschland – mit Botschaftern wie Roger Moore und Sir Peter Ustinov. „Peter Ustinov nannte uns die fleißigen Ameisen“, erzählte Obal. Vom Ereignis, ergänzte Försterling, „zehren wir heute noch.“ Mit Bildern blickten sie zurück mit ihren Gästen und der Gastgeber-Familie Meesenburg, die nicht nur den Empfang stiftete, sondern auch einen 1000-Euro-Scheck mitbrachte.

Simone Lange hatte die Unicef-Frauen bei einem Termin an der Schule Fruerlund kennengelernt, noch bevor sie Oberbürgermeisterin wurde. „Kinder brauchen nur zwei Dinge: Wurzeln und Flügel“, zitierte Lange und beklagte, dass viele Kinder in der Welt heute ohne Wurzeln und mit gestutzten Flügeln aufwuchsen. Und manches Leid, das es auch in dieser Stadt gebe, „sehen wir gar nicht“. Auch deshalb, so versprach die Verwaltungschefin , werde sie immer wieder Ja sagen zu Einladungen von Unicef. Sachlich, aber mit berührenden Fotos berichtete Michaela Eugen-Albrecht, Leiterin der Hamburger Gruppe, von Makanis in Jordanien. Inmitten von Trostlosigkeit und Not sind das grüne Orte zum Spielen und Lernen für alle Kinder.


>Unicef Flensburg, Mo + Mi 9.30 bis 14 Uhr, Große Straße 50, ✆ 0461-181777; info@flensburg.unicef.de.

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