Flensburger Zugverbindungen : Per Bahn schneller nach Berlin

Von der Förde an die Spree geht es ab 2016 nur noch mit Umsteigen in Hamburg und nicht direkt per ICE. Dafür verkürzen sich die Wartezeiten in Hamburg.
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Von der Förde an die Spree geht es ab 2016 nur noch mit Umsteigen in Hamburg und nicht direkt per ICE. Dafür verkürzen sich die Wartezeiten in Hamburg.

Trotz des Wegfalls der Direktverbindungen nach Kopenhagen und Berlin kommt man künftig meist schneller in die beiden Hauptstädte.

shz.de von
09. Juli 2015, 07:19 Uhr

Vor genau einem Monat kam die Hiobsbotschaft aus Berlin: Der einzige durchgehende Zug von Flensburg nach Berlin wird gestrichen. Auch die vor fünf Jahren bejubelten neuen Direktverbindungen nach Kopenhagen sollen bald eingestellt werden. Dennoch wird es bei einer Gesamtbetrachtung Verbesserungen für Bahnreisende zu beiden Zielen geben, erläuterte der städtische Experte für Bahnverkehr Joachim Kaulbars im Umwelt- und Planungsausschuss.

10.24 Uhr ist für Berlin-Fans im Norden eine fest im Hirn verankerte Uhrzeit: Dann fährt der durchgehende ICE von Bahnsteig 2 ab. Nach ziemlich genau vier Stunden kommt er am Berliner Hauptbahnhof (tief) an. Damit ist aber mit Ende des Sommerfahrplans Schluss. Die Bahn konnte sich nicht mit der Dänischen Staatsbahn auf eine Fortsetzung der Kooperation auf der Linie Aarhus-Berlin einigen.

Der durchgehende Zug ist vor allem deshalb so beliebt, weil er um rund 45 Minuten schneller ist als eine Verbindung mit Umsteigen. Wenn der Regionalexpress in Hamburg ankommt, ist der ICE nach Berlin gerade abgefahren – also 50 Minuten auf den nächsten Schnellzug nach Berlin warten.

Das werde sich ändern, versprach Kaulbars den erfreuten Vertretern im Planungsausschuss. Grund sei eine „Teilinbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig“, die Auswirkungen unter anderem auf die Verbindung Berlin – Hamburg haben werde. „Dadurch verkürzen sich die Umsteigezeiten in Hamburg.“ Die Folge: Es werde künftig eine stündliche Verbindung nach Berlin von gut vier Stunden geben. Das gelte auch für die Rückfahrt.

Die Direktverbindung nach Kopenhagen werde zum Fahrplanwechsel im Dezember zu Gunsten einer Stärkung der Jütland-Route aufgegeben. Alle zwei Stunden könne man dann von Flensburg direkt nach Aarhus und weiter nach Aalborg fahren. Die Fahrzeiten in die Stadt des Aquavits würden sich dabei um fast eine Stunden verkürzen, die nach Aarhus immerhin um 48 Minuten.

Und Kopenhagen: Die Direktverbindung mit 3:55 Stunden wird es nicht mehr geben. Stattdessen muss man jedes Mal in Fredericia umsteigen. Trotzdem verkürzt sich die Fahrzeit von Flensburg in die dänische Hauptzeit um rund 40 Minuten auf bis zu 3:14 Stunden.

Der Grund: In Fredericia wechselt man auf einen (Lyntog), der auf dem Weg nach Kopenhagen nur noch drei Mal hält. Der Direktzug aus Flensburg hat auf dem selben Streckenabschnitt ganze zehn Stopps – das kostet Zeit. Für die dänischen Fahrgäste, die über Flensburg weiter nach Hamburg und Berlin wollen, verlängert die Dänische Staatsbahn zwei Züge – im Sommer drei – weiter bis nach Hamburg. Auf dem Weg dorthin halten sie nur zwei oder drei Mal.

Diese Züge seien jedoch für Flensburger Fahrgäste nicht besondern attraktiv, weil sie fast zeitgleich wie die ohnehin fahrenden Regionalzüge verkehren. Zudem würden in dem dänischen IC wohl die verbilligten deutschen Tickets (Schleswig-Holstein-Ticket) nicht gelten, so Kaulbars.

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