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Krankenhaus-Planung in Flensburg : Peelwatt-Straße als Rettungsweg?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt erwägt Reaktivierung und Verlängerung der stillgelegten Verbindung sowie exklusiven Anschluss für Rettungsfahrzeuge an die Osttangente

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 06:15 Uhr

„Beschluss zur Standortentscheidung“ heißt es morgen ganz lapidar auf der Tagesordnung der Ratsversammlung. Es wird jedoch ein Meilenstein auf dem Weg zu einem gemeinsamen Krankenhaus von Diako und Franziskus. Erwartet wird eine breite Mehrheit – auch wenn am Montag einige Kleingärtner im Bereich Peelwatt eindringlich die SPD-Fraktion baten, es sich noch einmal zu überlegen.

Die Sozialdemokraten hatten sich vor Ort getroffen, um sich ein Bild von der Gegend zu machen, die in einem rekordverdächtig zügigen Verfahren als künftiger Klinik-Standort ausgewählt worden war. Dabei verdeutlichte der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders, wie die künftige Verkehrserschließung aussehen könnte. Man erwäge, die frühere, seit Jahren stillgelegte Straße Peelwatt als Rettungsweg für Notfälle zu etablieren und sogar bis zur Osttangente hin zu verlängern. Auf diese Weise könne man den Bau einer neuen Peelwatt-Brücke vermeiden. Die nämlich müsste kommen, wenn man den Peelwatt-Rettungsweg über die Kieler Bahn hinweg bis zur K8/Munketoft führen würde. Die vor Jahren sanierte Brücke könne Lasten von bis zu 18 Tonnen tragen, erforderlich seien aber 40 Tonnen, so Schroeders. Das würde einen aufwendigen und vor allem teuren Neubau erfordern.

Für diese Lösung, die noch nicht beschlossen ist, müsste man mindestens die ersten 200 Peelwatt-Meter von der Eckernförder Landstraße, die heute nur für Radfahrer nutzbar sind, erneuern. An der Einmündung Marie-Curie-Ring/Peelwatt würde ein Parkhaus stehen, für das man auch die kleine Dreiecksfläche nordwestlich der Peelwatt-Straße verwenden könne. Rettungsfahrzeuge, die von der Osttangente kämen, müssten dann durch das Parkhaus zur Notaufnahme fahren. Anders als für einen regulären neuen Knoten von der Osttangente zum Krankenhaus-Gelände, der mitten durch eine geschützte Naturfläche führt, würde die Peelwatt-Verlängerung diese Fläche nur im Norden berühren, so Schroeders. Die normale Zufahrt, auch für Rettungsfahrzeuge, würde aber durchs Gewerbegebiet führen.

Der SPD sind drei Punkte besonders wichtig: die Frage der Verkehrserschließung, die Situation der Kleingärtner und das Schicksal der „Gesundheitscluster“ rund um die Alt-Standorte von Diako und Franziskus. Damit sind Arzt- und andere Praxen, Apotheken und Anbieter weiterer Gesundheitsleistungen gemeint, die sich in unmittelbarer Nähe der Krankenhäuser angesiedelt haben. Bei der Begehung wurde angedeutet, dass für solche Unternehmen freie Grundstücke im Gewerbegebiet Peelwatt zur Verfügung gestellt werden könnten.

Und die Kleingärtner? SPD-Fraktionschef Trost nahm sich einige Minuten für ein Gespräch mit einigen von ihnen. Deutlich wurde, dass die Peelwatt-Kolonien eine seltene Natur-Idylle in schönster Stadtrandlage sind. Deutlich wurde aber auch, dass es hier viele Leerstände gibt. Für den Neubau eines gemeinsamen Krankenhauses müssen voraussichtlich – wie berichtet – die meisten Kleingärten weichen. Es ist allerdings geplant, in einer Art „Gesundheitspark“ in unmittelbarer Nähe des Klinikgeländes ebenso viele neue Gartenparzellen zu schaffen wie heute noch belegt sind – nämlich 90. Ob sich aber Kleingärtner, die seit 30 Jahren dort einen Garten haben, dafür begeistern können, ist fraglich. Morgen entscheidet der Rat.

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