SG Flensburg Handewitt : Parken an der Flens-Arena: Handball-Spiele sorgen für Ärger

Bei Heimspielen der SG Flensburg-Handewitt müssen Gäste des Sportzentrums nebenan auf andere Parkplätze ausweichen.
Bei Heimspielen der SG Flensburg-Handewitt müssen Gäste des Sportzentrums nebenan auf andere Parkplätze ausweichen.

Bei Heimspielen wittern Studenten Abzocke durch Politessen. Schon morgens werden die Parkplätze an der Europa-Universität gesperrt.

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18. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Flensburg | Wenn die SG Flensburg-Handewitt spielt, könnte das 6000 Handball-Fans in die Flens-Arena locken. Viele werden mit dem Auto anreisen. Deshalb wird der Parkplatz vor der Veranstaltungshalle in der Regel schon am Morgen des Ereignisses geschlossen. Das sorgt für Ärger - zum Beispiel bei Yves Radke.

Der Sport-Student der Flensburger Europa-Universität fragt sich, warum der Parkplatz vor der Halle den gesamten Tag gesperrt werden muss, wenn das Spiel doch erst am Abend beginne. Schließlich stünde die Stellfläche den Studenten zur Verfügung und zu – ebenso wie den Nutzern des Fitnessstudios nebenan. Was Radke am meisten wurmt, ist jedoch der „fragwürdige Einsatz des Ordnungsamtes“ an Heimspiel-Tagen. Die schreiben seiner Beobachtung nach zwar keine Knöllchen für Falschparker in Taxi-Buchten beispielsweise. Jedoch patroullierten dort „fast stündlich“ Ordnungshüter und schreiben sämtliche Fahrzeuge auf. „Teilweise sitzen die Politessen dort bereits in ihren Wagen und warten bloß auf Neuankömmlinge“, beobachtet Yves Radke. Er sagt, er würde für eine große Zahl an Menschen stehen, die sich abgezockt fühlten.

Die Parkplätze gegenüber der Flens-Arena gehören zur Halle. „Bei Veranstaltungen sind die verkauft“, erläutert Geschäftsführer von „förde show concept“, Peter Thomsen. Die Parkplätze 1, 2 und 3 indes in der Nähe und neben dem Campusbad seien „immer offen“ und kostenfrei. Bevor er einen Abschleppdienst anrufe, wende er sich an Universität, Fachhochschule und Sportzentrum und mache eine Durchsage. Erfahrungsgemäß sei nach einer Abschlepp-Aktion für Wochen Ruhe. „Wenn mir jemand von der Uni oder der Fachhochschule garantieren könnte, dass sämtliche Autos bis 16 Uhr weggefahren werden, wäre das kein Problem“, zeigt sich Peter Thomsen gesprächsbereit. Doch solange die Hochschulen das nicht könnten, sei er in der Pflicht, dass die verkauften Parkplätze für die Kunden zur Verfügung stünden.

Die Ordnungshüter vom Ordnungsamt schreiben nur auf, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, betont Clemens Teschendorf. Die Maßnahme solle insbesondere dazu dienen, dass Rettungswagen und Busse an ihr Ziel gelangen, fügt der Pressesprecher der Flensburger Verwaltung hinzu. Wenn nur einmal ein Einsatzwagen nicht durchkomme, wäre die Kritik laut, ahnt Teschendorf. Er verweist als Alternative auf Stellplätze auf den Grünflächen in der Kanzleistraße. Entgegen des weit verbreiteten Glaubens, dass sich die Stadt an den Knöllchen bereichert, rechnet Teschendorf gegen, was an Personal und Kosten für jeden einzelnen Verwaltungsakt anfallen. Mit Abzocke habe das Ganze nichts zu tun, sondern habe einen „tieferen Sinn“.

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