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Flensburger Tageblatt

21. August 2017 | 10:49 Uhr

Grenzhandel : Park-Chaos in Wassersleben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neuer Fleggaard Grenzhandels-Markt verliert die Hälfte seiner Parkplätze durch einen Erdrutsch. Parkende Kunden blockieren B 200 und Kupfermühle

Ob es eine gute Idee war, die neueste Fleggaard-Filiale ohne nennenswerte Parkplatzflächen zu eröffnen? Seit acht Wochen, berichten Anwohner, geht es in Wasserleben rund. Der neue Grenzmarkt mit seinen aufs skandinavische Publikum zugeschnittenen Angeboten zieht seit seiner Eröffnung im Juni die Käufer in Scharen. Weil aber nur 38 Parkplätze zur Verfügung stehen, führt das regelmäßig zu chaotischen Zuständen.

Das Krisengebiet ist mittlerweile mit rot-weißen Warnbaken abgesteckt, die das Ausmaß der Verkehrsprobleme nur entfernt ahnen lassen. Die kurze Auffahrt zur B 200 und der knappe Kilometer bis Kupfermühle – sie sind jetzt Parkverbotszonen. Aber das war nicht immer so. Als dort noch die Kundschaft schwer beladene Einkaufswagen zu den wartenden Autos mit überwiegend dänischen Kennzeichen rollte, war der Ortsteil Kupfermühle nach Anwohner-Angaben zwischenzeitlich vom Rest der Welt noch mehr abgeschlossen als der Landesteil Schleswig dank der Rader Hochbrücke von Holstein.

„Hier ging zwischenzeitlich gar nichts mehr“, berichtet Thomas Kulski aus dem schönen Kupfermühle. „Alle vom Fleggaard-Markt abgehenden Straßen waren innerhalb einer halben Stunde dicht geparkt, weil auf dem Grundstück nur die paar Plätze zur Verfügung stehen, wo gefühlte 1000 benötigt wurden.“ Mehr als einmal sei der Weg von und nach Kupfermühle unpassierbar gewesen – bevorzugt dann, wenn Wohnwagengespanne nach erfolgtem Einkauf rückwärts ausparken mussten. Oder wenn sich in das allgemeine Chaos noch veritable LKW einreihten, die am ringsum sich drängelnden Verkehr vorbei in die Ladezone zu gelangen versuchten. An guten Tagen stauten sich die Fahrzeuge infolge des innerörtlichen Verkehrsinfarktes nach Beobachtungen der Polizei bis auf die B 200. „Wenn da in Stoßzeiten mal ein Notarztwagen durchgemusst hätte – nicht auszudenken“, sagt Kulski. Auch die Ordnungshüter sind alles andere als begeistert. „Als Dauerzustand“, heißt es auf der zuständigen Station in Harrislee, „ist das nicht zu akzeptieren.“

Das war – natürlich – nicht so geplant. Die Ursache des Malheurs ist ein abgebrochener Hang auf dem hinteren Teil des Grundstücks. Fleggaard-Geschäftsführer Mike Simonsen: „Der Erdrutsch ereignete sich kurz vor der Eröffnung der Filiale. So hatten wir auf einmal nur noch 32 statt 80 Parkplätze!“ Dass dies alles während der dänischen Ferien geschah, machte die Sache nicht einfacher, räumt der Fleggaard-Chef ein. Gegenwärtig seien Fachleute mit einer Lösung des Problems beschäftigt. Man werde nichts überstürzen, so Simonsen. „Sicherheit geht vor. Sobald die richtige Lösung vorliegt, wird sie schnell umgesetzt werden.“ In der Gemeinde Harrislee ist man da zuversichtlich. Bauamtsleiter Kai Dummann-Kopf sieht keine Veranlassung, behördlicherseits aufs Tempo zu drücken. „Bei Fleggaard hat die Lösung höchste Priorität.“

Trotzdem. Thomas Kulski muss wohl noch etwas Geduld haben. Wobei seine Kernfrage noch immer unbearbeitet ist. „Hier hat niemand was gegen Fleggaard. Aber warum die Eröffnung in diesem Stadium genehmigt wird, ist mir ein Rätsel.“ Das findet er anscheinend nicht als einziger. Auch das amtliche Harrislee hat diesbezüglich ein Problem. „Das ist eine interessante Frage“, sagt Bauamtsleiter Dummann-Kopf auf die Frage, ob der Markt mit dem halbierten Parkplatz überhaupt hätte eröffnet werden dürfen. Mehr sagt er aber auch nicht.

 

 

 

 

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erstellt am 20.Aug.2013 | 22:35 Uhr

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