zur Navigation springen

Erstes Leuchtturm-Projekt in Sicht : Ostufer in Flensburg: Pläne für Bürohaus am Harniskai-Silo

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Unternehmen Bauplan Nord will das historische Harniskai-Silo zu einem Bürohaus umbauen – schon bis 2019.

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 16:50 Uhr

Flensburg | 17 Jahre bis zum ersten Baubeginn hatte auf der Bürgerinformation Architekt und Stadtplaner Klaus H. Petersen rund 200 Flensburgern prophezeit, die sich unlängst im Yacht Heritage Center über Sanierung und weitere Entwicklung des Hafenquartiers zwischen Harniskaispitze, Werftkontor und Volksparkhang informieren wollten. So lange wird Flensburg womöglich gar nicht warten müssen. Das erste Leuchtturmprojekt könnte Ende 2019 fertig sein – wenn man denn Torsten Koch und sein Unternehmen Bauplan Nord zum Zuge kommen lässt. Am Dienstag zeigten Koch und seine Hamburger Architektin Jessica Borchardt im Planungsausschuss, wie sie den 1923 gebauten Speicher Harniskai 22 umbauen wollen.

Koch hatte sich vom Ausschussvorsitzenden Axel Kohrt zur Berichterstattung einladen lassen. Ein selbstbewusster Auftritt, der schnell deutlich machte, dass er und sein Partner und Auftraggeber, die „Ölmühle Flensburg GmbH“ des dänischen Spediteurs Frode Laursen, keine Zeit verplempern möchten. Torsten Koch warb für eine schnelle politische Entscheidung und packte wie beiläufig die Pistole aus, die Flensburgs Politik jetzt auf der Brust fühlt. „Sagen Sie Nein, muss ich damit leben. Sagen Sie Ja, will ich im Herbst Bauantrag stellen.“

Die Investoren brauchen einen neuen Pachtvertrag. Der aktuelle läuft noch bis 2031, setzt aber wegen des Denkmalsschutzes bauliche Grenzen. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte er: „Wir sind schon seit einiger Zeit in der Projektentwicklung unterwegs, haben uns aber aus Rücksicht auf die vorbereitenden Untersuchung der Stadt im Quartier zurückgehalten.“ Mit der Präsentation der Ergebnisse in der Bürgerinformation aber sei für die Investoren der Zeitpunkt gekommen, in den Vordergrund zu treten. Gemeinsam mit Laursen will Koch den alten Silo in ein Bürohaus umwandeln – ein wegen des Denkmalsschutzes auch des Innenlebens sehr ambitioniertes Projekt, für Torsten Koch außerdem ein sehr emotionales. Er will die Unternehmensführung an seinen Sohn übergeben. „Ein Generationswechsel steht an, das Unternehmen Bauplan Nord soll sich dann in diesem Haus aufstellen.“

Jessica Borchardt (BN Architekten) will das Innenleben des Gebäudes mit Behutsamkeit öffnen. Während die eine Hälfte mit offenen Lagerböden und Fenstern wenig Probleme bereitet, muss sie im fensterlosen Teil mit den hohen, senkrecht verbauten Speichern an die Substanz. Das bedeutet Lichtschächte und Außenfenster einerseits und die Öffnung der Speicher andererseits. „Für uns ist das Gebäude ein Glücksfall“, freut sich die Architektin. „Die Speicher sind rechteckig und wir können dort Räume schaffen.“ Die markanten Trichter im Erdgeschoss und andere aussagekräftige Baudetails sollen belassen werden. Clou nach außen soll ein gewaltiges Glaselement an der Stirnseite sein, das Tageslicht hineinlässt, die Kubatur des Dachs wird durch Lamellen durchbrochen, die in der Dunkelheit ein effektvolles Licht hinauslassen.

Kochs erklärtes Ziel war gewesen, ein Signal aus dem Ausschuss zu bekommen. Das dürfte er bekommen haben. „Ein gutes Signal für die gesamte Kaikante“, meinte Arne Rüstemeier (CDU), Edgar Möller (SSW) freute sich, auf diese Art früh auch für andere Investoren ein Signal zu setzen, Vorsitzender Axel Kohrt (SPD) sieht die Chance, durch Sanierung und Umnutzung eines der drei Silodenkmäler ein Zeichen zu setzen, die WiF in Gestalt von Hubert Ambrosius hob den Dauamen. Linksfraktion und Grüne reagierten etwas verhaltener. „Dies war nur eine Kurzpräsentation über einen zentralen Standort in einem zukünftigen Stadtteil“, meinte Pelle Hansen. „Da müssen Sie uns bitteschön auch ein wenig Geduld einräumen.“ Der Vorschlag sei interessant, aber es sei wichtig, alle Funktionsräume in Bezug zueinander zu setzen. Koch dürfte dies als Bestätigung seiner Eingangs-Statements verstanden haben: „Sie fahren mit angezogener Handbremse und ich fahre Vollgas.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen