Serie Wiedervorlage : Ostseebad – der Berg rutscht wieder

Hier drängt der Hang auf den Wanderweg – die Hauptgefahrenstelle befindet sich rund 800 Meter vor Wassersleben.
Hier drängt der Hang auf den Wanderweg – die Hauptgefahrenstelle befindet sich rund 800 Meter vor Wassersleben.

Die Regenfälle, die seit dem Wochenende über Flensburg herabstürzten, erhöhen die Hangrutschgefahr in Wassersleben. Das TBZ sagt: „So geht es nicht weiter“.

shz.de von
28. Juli 2015, 11:00 Uhr

Flensburg | Wiedervorlage – so heißt in der öffentlichen Verwaltung, in der Politik oder bei der Justiz die Strategie, damit eine Akte nicht in Vergessenheit gerät. Die Tageblatt-Redaktion holt in einer Serie öffentliche Vorgänge „auf Wiedervorlage“, dass heißt, fragt nach, was aus diesem oder jenem Thema geworden ist.

Sturmtief „Zeljko“ hat am Wochenende in Flensburg nicht nur den Bahnhofstunnel in Weiche sowie weite Teile der Neustadt unter Wasser gesetzt. Seit den Wolkenbrüchen des Wochenendes beschäftigt der seit drei Jahren in Bewegung geratene Hang zwischen Ostseebad und Wassersleben erneut das Technische Betriebszentrum (TBZ).

Gleich mehrere Male haben sich in den vergangenen Tagen erhebliche Mengen Sand selbstständig gemacht. „Am Wochenende wurde wieder viel Sand ausgespült. So geht es nicht weiter“, erklärte gestern die technische Leiterin des TBZ, Barbara Hartten, dem Tageblatt.

Zwar hat das TBZ den knapp anderthalb Kilometer langen Wanderweg zwischen Ostseebad und Wassersleben noch nicht komplett für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Erneut warnen jedoch Schilder vor der drohenden Gefahr.

Hartten berichtete weiter, dass erneut ein Gutachter eingesetzt worden sei. Dieser habe festgestellt, dass die angrenzende Straße, die Apenrader Chaussee hinunter nach Wassersleben, nicht gefährdet sei. Zwei Ingenieurbüros sollen jetzt zeitnah im Rahmen eines Gutachtens geeignete Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen für den Hang und der Weg darunter vorstellen.

Da vor dem Hang – ungefähr auf halber Strecke zwischen beiden Strandbädern – viel Schlamm und Lehm auf den Wander- und Radweg geflossen sind, können Spaziergänger in dem matschigen Brei derzeit leicht ausrutschen. Allerdings waren gestern bis zum Nachmittag bei Regen auf der Strecke kaum Spaziergänger oder Radler unterwegs.

Seit Anfang 2012 ist der Hang hier in Bewegung. Bereits im Herbst 2012 mussten nach anhaltenden Niederschlägen rund 1000 Tonnen Erde abgetragen und 20 große Buchen, Lärchen und Fichten gefällt werden. Seitdem gab es je nach Witterung immer wieder Probleme.

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