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Von Flensburg in die Staaten : Ostsee-Zwölfer besuchen New York

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zur 175. Jubililäumsfeier des New York Yachtclubs im Juli 2019 werden auch Crews von der Förde erwartet

Es kann kaum Zweifel geben, dass sich die Flensburger Förde zu einem der attraktivsten Anlaufpunkte für sportlich ambitionierte Meterklasse-Yachten entwickelt hat. Im Doppelpass-Spiel mit dem Flensburger Segelclub hat Oliver Berking als Liebhaber klassischer Segelyachten die Förde zur Bühne für Welt- und Europameisterschaften hergerichtet. Nebenher hat der Unternehmer mit seiner Robbe & Berking Classics-Werft und dem Yachting Heritage Center Leuchtturmprojekte realisiert, die Flensburg für die Szene dieser historischen eleganten Segelfahrzeuge einzigartig machen. Davon zeugt auch Jahr für Jahr das gut gefüllte Winterlager am Industriehafen, in dem zuletzt 13 der majestätischen 12mR-Yachten einen festen Lagerplatz gefunden haben. Sie repräsentieren mittlerweile den Großteil der sportlich ambitionierten Regattaszene in der Ostsee, die auf diesen eleganten 21 Meter langen Rennyachten den Geist der großen Segel-Duelle zwischen 1908 und den 60er Jahren aufleben lassen.

Das hat auch der ehrwürdige New York Yachtclub registriert. Der exklusive Club prägte mit seinen Zwölfern wie kein anderer den Kampf um die älteste Segel-Trophäe der Welt, den America’s Cup. Übernächstes Jahr hat er 175-jähriges Jubiläum. Zur Feier wollen sich die Amerikaner in Newport/Rhode Island mit schönen Schiffen schmücken und prachtvolle Regatten segeln. Deshalb erging die Einladung an die Ostsee-Zwölfer: Kommt im Juli 2019 zu uns! Um es den Skippern schmackhaft zu machen, versprachen die Amerikaner ein Taxi zu schicken, auf dem die Yachten huckepack über den Atlantik transportiert werden, wenn mindestens 10 Zwölfer zusammenkommen.

„Das ist natürlich ein großes Thema“, sagt Jochen Franck. Er ist nicht nur Vorsitzender des Flensburger Segelclubs, er ist auch Miteigner der Flensburger 12mR-Yacht „Sphinx“, deren Sanierung 2006-2008 am Flensburger Industriehafen durch Berking und Freunde Zündfunke für die rasante Entwicklung war. Auch der in Wiesbaden ansässige „Anita“-Freundeskreis hofft, dass sich dieses Angebot konkretisiert und genügend Yachtbesitzer für den Juli 2019 Newport vormerken. Joachim Arndt, Vorsitzender des Vereins, könnte sich das gut vorstellen. „Eine solche Chance, auch für unsere jungen Crews, gibt es so schnell nicht wieder“, meint er. „Wir brauchen aber schnell Klarheit, wie die meisten anderen Yachten wohl auch. So ein Amerika-Trip benötigt Einiges an Vorplanung.“

Die ist inzwischen angelaufen. Patrick Howaldt, der in Kopenhagen lebende Sprössling der Kieler Howaldt-Werft-Dynastie, engagiert sich seit Jahren schon für die baltische Zwölfer-Flotte. Er ist aktuell schwer damit beschäftigt, eine klassische Flottille für die Jubiläumsfeier des NYYC zu mobilisieren, bestätigte am Rande des gerade laufenden Sterling Cups des Flensburger Segelclubs Sönke Stich. Stich ist Betriebsleiter der Robbe & Berking Werft für klassische Yachten, in deren Hallen die mächtigen Rennyachten regelmäßig ins Winterquartier gehen. Elf von ihnen segeln im Rahmen des Sterling-Cups gerade ihre Europameisterschaft aus. Neben der Flensburger Sphinx und der Anita, die im April in Flensburg wieder ihre originale einmastige Sloop-Takelung erhielt (viele Jahre war sie als zweimastige Yawl unterwegs) werden als heiße Kandidatinnen für Rhode Island die dänischen Zwölfer „Wings“, „Vim“, „Vanity“ und „Thea“ gehandelt. Stich erwartet auch die Kieler „Flica II“ an Bord des Frachters. „Die Boote werden in Lagergestellen als Decksfracht mit stehendem Mast verschifft“, sagt Stich. „Je mehr Boote zusammenkommen, desto günstiger der Transport.“ Ob ab Winterlager Flensburg oder ab Kiel ist offen. Für die New Yorker sicher eine gute Nachricht, für die Crews mit ihren Yachten ein einmaliges Erlebnis – nur auf der Ostsee wird es im übernächsten Jahr öde: „Die fahren im Frühjahr los und sind erst im Herbst wieder zurück.“

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erstellt am 03.Jul.2017 | 07:13 Uhr

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