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Feuerwehr Jarplund : Orkan sorgt für Einsatz-Rekord

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

54 Mal musste die Jarplunder Wehr im vergangenen Jahr ausrücken. Der stellvertretende Wehrführer Niels Budach trat auf der Jahreshauptversammlung unter Tränen zurück.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Der Sturm hat die Statistik aufgewirbelt: 54 Einsätze registrierte die Jarplunder Feuerwehr 2013, gut die Hälfte verursachte Orkan „Christian“. Aber auch im Sommer waren die Blauröcke immer wieder gefragt. „In meiner 20-jährigen Feuerwehr-Tätigkeit waren wir noch nie so beansprucht, sind wir noch nie so viele Einsätze gefahren“, bemerkte Ortswehrführer Kaj Boysen auf der Jahreshauptversammlung im Freizeitheim Jarplund. Der Ausnahme-Zustand herrschte aber vor allem am 28. Oktober, als 17 Mitglieder der 32-köpfigen Einsatzabteilung binnen sieben Stunden 26 Fälle zu lösen hatten. Sie ernteten viel Lob, zumal sie nicht zögerten, mit ihren privaten Motorsägen und anderen Maschinen auszuhelfen.

Als sich das Unwetter beruhigt hatte, zeigte sich, dass die Ortswehr nicht nur Helfer, sondern auch Opfer war. Ein umgestürzter Baum hatte das Flachdach des Gerätehauses im Tastruper Weg ramponiert. Der Schulungsraum, in den Wasser eingedrungen war, wird derzeit saniert. „Die Arbeiten werden wohl noch zwei Monate andauern“, so Boysen. Solange dient der Imbiss eines naheliegenden Campingplatzes als Ausweichquartier.

Ohnehin scheinen die Tage des Gebäudes gezählt. Über einen Neubau an der Europastraße diskutiert die Kommunalpolitik schon länger. Nun wurde dies – wie auch ein größeres Fahrzeug – in den Feuerwehr-Bedarfsplan aufgenommen. Eine erste Kostenkalkulation für die Baumaßnahme sprengte offensichtlich den Rahmen. „Wir sollten im sechsstelligen Bereich ankommen“, meinte der scheidende Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen. 24 Jahre war er Begleiter des örtlichen Löschwesens und wurde mit einem großen Präsentkorb bedacht. Sein potenzieller Nachfolger, Bürgermeister-Kandidat Thomas Rasmussen, stellte sich vor.

„Frisch auf dem Markt“, so der Vorsitzende Patrick Schulz, ist der Förderverein, der sich im Herbst gründete. Mit personellen und finanziellen Mitteln soll er die Ortswehr unterstützen.

Benjamin Gerold wurde als neuer Sicherheits-Beauftragter gewählt. Auf der Beförderungsliste standen diesmal Curt Franke (Feuerwehrmann), Sebastian Bodendieck, Patrick Johannsen (beide Hauptfeuerwehrmann), Patrick Schulz und Thomas Jantz (beide Hauptfeuerwehrmann/drei Sterne). Markus Clausen, Dierk Falkenhagen, Kaj Boysen (20 Jahre), Nicolaus Gall (50 Jahre) und der nicht anwesende Detlef Mehrens (70 Jahre) wurden für ihre langjährige Treue geehrt. „Haltet durch, es ist es wert“, sagte Nicolaus Gall. „Und jetzt trete ich zu den Senioren über.“

Was da noch niemand wusste: Die Versammlung endete mit einem „Knall“. Niels Budach, der stellvertretende Ortswehrführer, berichtete unter dem Tagespunkt „Verschiedenes“ von Unstimmigkeiten mit dem Gemeindewehr-Vorstand wegen der Einführung der Verwaltungs-Software „MP-Feuer“ und erklärte unter Tränen seinen Rücktritt. „Man spricht von Kameradschaft, aber man setzt uns die Pistole auf die Brust. Wir machen diesen Dienst nur freiwillig“, stand ihm Wehrführer Boysen bei. „Auch andere sind nur Getriebene von Rahmenbedingungen“, versuchte Dr. Arthur Christiansen zu vermitteln und Niels Budach umzustimmen.

Gemeindewehrführer Frank Thiel nahm Stellung („Ich habe es anders gesendet, als es empfangen wurde“) und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Doch in der Sitzung war nichts mehr zu kitten.

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