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Orkan Christian machte Sylvia Winram obdachlos

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Mutter und ihre neunjährige Tochter verloren ihren gesamten Besitz im Sturm

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Der Schock sitzt noch immer tief bei Sylvia Winram (Name geändert). Als Sturm „Xaver“ über das Land hinwegfegte, konnte die 44-jährige Erzieherin nachts kaum ein Auge zu machen – aus Angst. Zu frisch sind die Erinnerungen an Tief „Christian“, durch das Winram und ihre neunjährige Tochter obdachlos wurden.

Dabei hatte sie noch Glück im Unglück: Während sie kurz mit ihrem Enkel unterwegs war, blies der Sturm das Flachdach des Hauses an der Waldstraße weg. „Andernfalls wäre ich sicher verletzt worden, da unsere Wohnung im Dachgeschoss war.“ Auch ihre Tochter sei nicht zu Hause gewesen.

Winram ahnte gleich, dass sie von einem Moment auf den anderen obdachlos wurde. Zudem verlor sie fast ihr gesamtes Hab und Gut, da durch das offene Dach Regen in die Wohnung eindrang und Möbel, Elektrogeräte und andere Dinge unbrauchbar machte. Für eine Hausratsversicherung fehlt der 44-Jährigen, die wegen gesundheitlicher Probleme seit zehn Jahren arbeitsunfähig ist, schlicht das Geld.

„Ich hatte zunächst keine Ahnung, wo wir die nächste Nacht über unterkommen“, erinnert sie sich. Wechselweise schliefen sie und ihre Tochter bei Winrams Schwester oder bei Freunden. „Da wir niemandem zur Last fallen wollten, haben wir zwei Nächte im Hotel übernachtet.“

Eine folgenschwere Entscheidung, denn das Jobcenter zog die Kosten dafür vom Hartz-IV-Regelsatz für den Dezember ab. „Diesen Monat bleiben meiner Tochter und mir inklusive des Kindergelds nur 280 Euro zum Leben.“ Auch wenn die Kosten für Strom bereits davon abgezogen sind, reichen 280 Euro für den Monat kaum aus, findet Rolf Sommer von der Sozial- und Schuldnerberatung der Diakonie. Er betreut Winram und hat ihr Hilfe in Aussicht gestellt. „Mit den Mitteln des Bürgerfonds können wir Frau Winram und ihre Tochter in ihrer unverschuldeten Notlage unterstützen.“

Besonders die neunjährige Tochter leide unter der Situation. „Sie weint jeden Tag, weil sie durch den Sturm all ihre Spielsachen verloren hat“, berichtet Winram. Für mehr als Knete für zwei Euro reichte das Geld nicht. Gleiches gilt für die neue Wohnung, die Winram und ihre Tochter kürzlich beziehen konnten. „Dank eines Aufrufs meines Sohns im Internet haben wir mittlerweile einige Möbel geschenkt bekommen.“ Doch Jacken für die Tochter, Kleiderschrank und Gardinen würden noch dringend benötigt. Auch hierbei könne der Bürgerfonds mit Spenden von Bürgern helfen, damit Sylvia Winram und ihre Tochter möglichst bald in ihr altes Leben zurückfinden.

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