zur Navigation springen

Freiwilliges Soziales Jahr : Orientierung zwischen Schule und Beruf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Schulabgänger wissen nicht, wie es weitergehen soll: Das Freiwillige Soziale Jahr hilft.

Flensburg | Ob im Museum, im Theater, an der Schule oder im Kinder- und Jugendbüro – auf die Schulabgänger warten in den nächsten zwölf Monaten spannende Aufgaben und jede Menge Eigenverantwortung: Elf junge Erwachsene zwischen 18 und 20 Jahren haben gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Kultur, Politik und Schule in Flensburg begonnen. Insgesamt hat die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein dieses Jahr 120 Stellen vergeben, deutschlandweit sind es 1908.

Thomas Dau-Eckert vom Kinder- und Jugendbüro sieht das FSJ als Spielwiese und Orientierungsphase. „Die jungen Leute sollen sich ausprobieren und viel fragen, auch unsere Tätigkeiten hinterfragen.“ Die FSJler versteht er nicht als Arbeitskräfte, sondern als Menschen, die sich während des Jahres orientieren sollen. Jeder FSJler hat einen Anleiter, der ihn das Jahr über betreut. Mit ihm finden regelmäßig Gespräche statt, in denen auch die Zukunftsplanung der jungen Erwachsenen eine große Rolle spielt.

Die Anleiter geben den FSJlern Rückmeldung und helfen ihnen, den eigenen Weg zu finden. „Man sieht, wie sie in dem Jahr Selbstvertrauen gewinnen und am Ende wissen, was sie wollen. Das FSJ tut ihnen gut“, sagt Dau-Eckert. Seine These: Seit G8 an Gymnasien eingeführt wurde, ist die Nachfrage nach einem FSJ gestiegen, denn der Bedarf an Orientierung hat zugenommen.

Auch die Schulabgänger verstehen das FSJ in erster Linie als Phase der Selbstfindung. Bis auf Jaqueline Brzeczek (19 Jahre) weiß noch niemand der jungen Erwachsenen, wie es nach dem Jahr weitergehen soll. Erfahrungen sammeln, die eigenen Stärken und Schwächen kennenlernen, teamfähig werden, erste Einblicke in den Arbeitsalltag bekommen oder Ordnung ins Leben bringen– das sind einige der Ziele.

Jaqueline Brzeczek weiß eigentlich ganz genau, was sie will. Nach ihrem FSJ beim Offenen Kanal Flensburg wollte die 19-Jährige anfangen, in Kiel Multimedia Production zu studieren, „aber mein Schnitt reicht leider nicht“. Deshalb plant sie alternativ eine Ausbildung zur Mediengestalterin zu machen. Das Jahr beim Offenen Kanal will sie nutzen, um erste Kontakte zu knüpfen und sich ausprobieren zu können. „Den Gestaltungsfreiraum, den ich hier bekomme, hätte ich, glaube ich, nicht an der Uni oder der FH.“ Ihr geht es in dem Jahr vor allem um die praktische Arbeit.

Bewerben kann sich jeder, der das 9. Schuljahr beendet hat und noch nicht älter als 26 Jahre ist. Die Frist läuft jedes Jahr vom 1. Januar bis zum 31. März. Präferenzen für eine Stelle kann man bereits bei der Online-Bewerbung angeben

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 22.Sep.2015 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen