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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 23:25 Uhr

Aktionstag : Organspenden betreffen jeden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es ging um die Lunge und die Zeit lief - Wolfgang Veit erzählt über seine Erfahrungen mit seiner Transplantation. Jetzt wirbt er für andere.

Wolfgang Veit hat es am eigenen Leib erfahren: „Organspende kann jeden treffen. Man wird eher Empfänger als Spender“, sagt der 62-Jährige und verweist auf seine eigene Lungentransplantation. Heute ist Veit Regionalgruppenleiter im Bundesverband der Organtransplantierten (BDO).

Nachdem Wolfgang Veit 2004 unter plötzlicher Atemnot leidet, erklärt ihm sein Arzt, dass ein Gendefekt vorliege und nur eine Lungentransplantation helfen könnte. Zwei misslungene Organverpflanzungen und 22 Monate später kann Veit wieder atmen. Seitdem arbeitet Veit ehrenamtlich für den Bund der Organtransplantierten und informierte gestern in Flensburg im Rahmen einer Aufklärungskampagne zu dem Thema Organspende. Sein Ziel: 20 Menschen dazu zu bewegen, sich einen Organspendeausweis zuzulegen, denn viele besitzen keinen.

„In Schleswig-Holstein warten 400 Menschen auf eine Organspende. Die Zahl der Spender sinkt jedoch stetig: Während in 2011 noch 131 Organe gespendet wurden, waren es im Jahre 2012 nur noch 87“, erklärt AOK-Niederlassungsleiter Dieter Schulz besorgt. Deshalb veranstalten AOK und BDO eine Aufklärungskampagne unter dem Motto „Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!“

Das Ziel der Kampagne ist, mehr Leute dazu zu bewegen, Organspendeausweise auszufüllen. Lediglich 26,2 Prozent haben bislang einen Ausweis. Einer Umfrage der AOK zufolge wären jedoch 54,8 Prozent der Befragten bereit, ihr Organ zu spenden. Dies würde auch die Entscheidung der Hinterbliebenen vereinfachen. Eine Transplantation werde erst nach einem durch zwei Ärzte bestätigtem Hirntod durchgeführt, somit sei die Angst vieler Menschen vor einer vorschnellen Diagnose unberechtigt. Außerdem biete der kostenlose Organspendeausweis die Möglichkeit, die zu transplantierenden Organe festzulegen.

Die Entscheidung zur Organspende bleibt freiwillig, Krankenkassen hingegen müssen seit dem 1. November 2012 über Organspenden informieren.

 

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erstellt am 27.Aug.2013 | 00:35 Uhr

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