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Steinbergkirche : Omas Kochkünste sind der Renner

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Scheersberger Landfrauen haben 16 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren in die Rezepte eingeweiht, die viele Großmütter nicht aufgeschrieben haben. Die Frauen wissen nun, wofür man zum Beispiel einen Butterkloß benötigt.

„Fleisch mit Soße – wie bei Oma“: So hatten es sich die 16 Frauen im Alter zwischen 18 und 40 nach dem ersten Kochabend gewünscht. Ein Wunsch, dem Doris Lorenzen-Post, nicht nur Mitglied des Landfrauenvereins Scheersberg, sondern auch Fachlehrerin für Hauswirtschaft in der Kappelner Außenstelle des Berufsbildungszentrums, gern entsprach. So waren beim zweiten Kochabend Rinderbraten, Rouladen und Gulasch angesagt, und das bedeutete zum einen Schmoren und zum anderen Dünsten von Gemüse.

Unterstützt von Realschullehrerin Ingeborg Martensen sowie den Landfrauen Frauke Petersen und Heike Hansen machten die Frauen sich in der Küche der Gemeinschaftsschule in Sterup ans Werk, und dabei erlebten Omas Kochkünste eine Renaissance. Zuvor hatte Doris Lorenzen-Post die Frauen aber noch mit allerlei unerlässlicher Theorie vertraut gemacht – Flammeri ist nichts anderes als Pudding, und mit dem selbstgemachten Butterkloß als Ersatz für Mehlschwitze lassen sich klumpenfrei auch leckere Soßen herstellen.

In vier Kochkojen für je vier Frauen wurden Rouladen gewickelt, wurde Gulasch wegen der Röststoffe im Doppelpack angebraten und der Rinderbraten einschließlich Markknochen (wegen des Geschmacks) auf den Herd gebracht. Nebenbei galt es, Kartoffeln zu schälen, Wurzeln zu schnippeln und zu dünsten. Dabei sollte, so der fachfrauliche Tipp, das zugegebene Wasser die Zwei-Zentimeter-Marke im Topf nicht überschreiten. Die Frauen erfuhren, dass das Garen im Schnellkochtopf die Zubereitungszeit auf ein Drittel verkürzt, wenn alles richtig gemacht wird. Und was eine Prise Zucker oder Salz ist, zeigte die Fachlehrerin: „So viel, wie zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger passt.“

Die Erinnerung an Omas Rouladen, Rinderschmorbraten und Gulasch einschließlich selbstgemachtem Rotkohl ist lebendig. Aber da die meisten Omas nichts aufschrieben, weil sie alles im Kopf hatten, ist es nicht einfach, ihnen nachzueifern: Deshalb die Scheersberger „Kochlust mit Landfrauenliebe“, bei der alles schriftlich zu Papier gebracht worden war.

Schon jetzt steht fest, dass das, was als Versuch die teilnehmenden Frauen begeisterte, ein voller Erfolg war. Und als schließlich das, was geschmort und gedünstet worden war, mit viel Soße verspeist wurde, waren sich alle einig, dass das, was Oma ihnen einst servierte, schmeckt – und zwar nicht nur der Erinnerung wegen.

Doris Lorenzen-Post ist es wichtig, traditionelle Küchen- und Kochfertigkeiten und die Techniken zu vermitteln: Ein Angebot, das ankommt. Zum Beispiel bei der 31-jährigen Kundenbetreuerin Imke Erichsen aus Niesgrau. Sie koche gerne, erzählt sie. „Aber es fehlet mir oft an der Zeit.“ Sie schwärmt von der frischen Suppe, die ihre Oma zubereitete. Wie man die macht, wolle sie lernen, und auch, wie Sahneschnitzel zubereitet werden. Ihr sei klar, dass zum Kochen das Üben gehört, denn nur Üben mache die „Koch-Meisterin“. So sieht es auch die zwei Jahre jüngere Erzieherin Anne Claußen aus Großquern. Sie möchte Kniffe und Tricks lernen, wie etwas schnell und lecker zubereitet werden kann. Sicherlich sei manches aufwendig, „aber es müssen ja nicht immer nur Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe sein. Und wenn wir es jetzt nicht lernen, geht vieles verloren.“

Lust auf Kochen hat auch Lena Uck aus Goltoft. Die 23-jährige Verwaltungsfachangestellte ist erpicht darauf, auf Omas Koch-Spuren zu wandeln. Das gilt auch für die 29-jährige Levke Preuß-Driesen. Die Krankenschwester, verheiratet und Mutter, hat längst einen eigenen Hausstand und in dem sollen Omas Kochkünste nicht fehlen. Frauke Hansen-Rasch (26) aus Steinberg ist Logopädin. Sie hat sich an dem Kochabend zu Lena Uck und Levke Preuß-Driesen gesellt. Sie sind befreundet und wollen gemeinsam lernen, wie traditionell gekocht wird. Die vierte im Bunde der Freundinnen ist die 25-jährige Bankkauffrau Helene Greggersen aus Schwackendorf. Mittlerweile hat sie ihren eigenen Haushalt in Winderatt. Daheim hat die Mutter gekocht, nun will sie das Kochen à la Oma lernen, „weil ich gerne esse“.

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