Schulen in Flensburg : Ohne Notenzeugnis ans Gymnasium

Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Englischunterricht in der fünften Klasse am Fördegymnasium.
Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Englischunterricht in der fünften Klasse am Fördegymnasium.

Nach dem neuen Schulgesetz wechseln Viertklässler erstmals mit einem Entwicklungsbericht an die weiterführenden Schulen.

shz.de von
21. Januar 2015, 07:30 Uhr

Knapp 500 Viertklässler der zehn Flensburger Grundschulen und ihre Eltern stehen in diesen Wochen ebenso vor der Wahl wie hunderte aus dem Umland. Die Frage: Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind? Zum allerersten Mal fällt diese Entscheidung ganz ohne Schulartempfehlung – und in vielen Schulen auch ohne Notenzeugnis alter Prägung von „sehr gut“ bis ungenügend“.

Die Empfehlung wird nach dem Schulgesetz erstmals von einem „kompetenzbasierten Entwicklungsbericht“ abgelöst. Darin werden Fähigkeiten in Deutsch, Mathe, Englisch, Sport, Musik oder Religion ebenso bewertet wie Teamfähigkeit, Konzentration oder Konfliktfähigkeit – statt eines Spektrums von sechs Schulnoten gibt es vier Kästchen zum Ankreuzen – fast immer, überwiegend, teilweise und selten. „Dieser Entwicklungsbericht ist das Einzige, was an die aufnehmende Schule weitergegeben werden muss“, berichtet Schulrat Hans Stäcker. Natürlich darf jeder Schüler auch sein Zeugnis mitbringen – das sieht aber an den zehn Schulen der Stadt Flensburg zum Teil sehr unterschiedlich aus: Hohlwegschule und Waldschule ersetzen das Halbjahreszeugnis durch den Entwicklungsbericht, in Adelby gibt es ein tabellarisches Berichtszeugnis und an den meisten anderen Schulen Notenzeugnisse mit beschreibenden oder tabellarischen Ergänzungen: „Da ist die Landschaft bunt“, sagt der Schulrat.

Ob er einen anderen Zuspruch für die vier Gymnasien und sechs Gemeinschaftsschulen in Flensburg erwartet? „Durch das veränderte System ist schon Spannung. Keiner kann es so richtig einschätzen.“ Der Bildungsmanager der Stadt formuliert etwas anders: „Unser Bildungssystem ist mittlerweile so durchlässig, dass die Schulwahl zur 5. Klasse nicht über den Schulabschluss entscheidet – und das ist gut so“, findet Wolfgang Sappert. Auf allen Flensburger Gemeinschaftsschulen hätten die Schüler die Chance, das Abitur zu erreichen. „Entweder haben Gemeinschaftsschulen eigene Oberstufen (Kurt-Tucholsky-Schule, Fridtjof-Nansen-Schule) oder sie haben zuverlässige Kooperationen mit Oberstufenschulen und können dadurch direkt in die Oberstufe versetzen.“

Ob nun gerade die Gymnasien einen Ansturm erleben? Schwer einzuschätzen, findet auch Sappert. „Ich hoffe, dass es nicht zu einer Ungleichverteilung der Schulstandorte kommt.“ Sollten die Gymnasien einen Run erleben und viele Schüler am Gymnasium angemeldet werden, die bessere Lernchancen an einer Gemeinschaftsschule hätten und das Lernpensum eines Gymnasiums nicht schaffen, dann könne es passieren, dass es nach dem Ende der Orientierungsstufe (Ende 6. Klasse) eine Welle von Querversetzungen von den Gymnasien zu den Gemeinschaftsschulen gebe. Sappert: „Das könnte zu Problemen bei Aufnahme und Kapazitäten in den 7. Klassen der Gemeinschaftsschulen führen.“ Doppel-Überblickseiten 10 und 11

Eltern-Hotline der Stadt: 0461 - 852561

Das Flensburger Tageblatt bietet in seiner Mittwoch-Ausgabe eine tabellarische Doppel-Überblickseite mit den Angeboten aller weiterführenden Schulen.

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