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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 02:41 Uhr

Ohne Horn: Das Trio, das zu zweit kam

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was tun, wenn einem Trio-Ensemble einer seiner Protagonisten umständehalber abhanden kommt? Vor diese unliebsame Situation sah sich das Ensemble Isara gestellt, das im Rahmen der Bundesauswahl junger Künstler des Deutschen Musikrates in einem „Classic-after-work“-Konzert der Musikfreunde seinem Flensburger Debüt entgegensah. Das Horn fehlte jetzt, was Maximilian Randlinger und Georg Michael Grau zwang, flugs ein völlig neues Programm für Flöte und Klavier zu präsentieren. Das gelang den beiden jungen Musikern im Flensborghus ganz vorzüglich, als sie mit Originalkompositionen von Carl Reinecke und Franz Schubert sowie der reizvollen Flöten-Version von César Francks berühmter A-Dur-Violinsonate die harmoniebeseelte Epoche der Romantik vorstellten.

Reineckes elegisch umschattete „Undine-Sonate“ war für Maximilian Randlinger eine perfekte Plattform, den breiten Ausdruck seiner Flöte in den Dienst der poetischen Undine-Romantik zu stellen. Und seinem Klavierpartner Georg Michael Grau gelangen die Wellenbewegungen des nassen Elements ebenso trefflich wie chromatische Zuspitzungen, die diesem unsterblichen Märchen seine tragische Grundstimmung verleihen.

Ebenfalls melancholisch, aber dabei deutlich diesseitiger, die Variationen über das Thema „Ihr Blümlein alle“ von Franz Schubert. Die beiden immer mehr in Fahrt kommenden Musiker nutzten dieses Virtuosenstück zu einem launigen, variantenreichem Dialog zwischen schmelzenden Flötenarabesken und rasant sekundierendem Klavierfundament.

César Francks bekannte Sonate A-Dur für Violine und Klavier (hier in einer aktuellen Flötenfassung) entstand 1886 als Werk mit spätromantischen Modulationen, dem die beiden Musiker mit Intensität, Übersicht, Originalität und klanglichem Ausdruckswillen begegneten. Ein musikantisch-zupackender Duoabend voller inspirierenden Überraschungen.

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erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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