Hotel und Parkhaus am Flensburger Bahnhof : Ohne Brücke zur Schleswiger Straße

Noch im Fluss und nicht ganz maßstabsgetreu: Das geplante Intercity-Hotel und die Parkpalette, die – vom Postparkhof gesehen – jeweils siebenstöckig werden sollen.
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Noch im Fluss und nicht ganz maßstabsgetreu: Das geplante Intercity-Hotel und die Parkpalette, die – vom Postparkhof gesehen – jeweils siebenstöckig werden sollen.

Vorstellung der Hotel- und Parkhauspläne auf dem Hauptpostareal: Investoren gehen auf Bedenken der Nachbarn ein

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01. Februar 2018, 06:47 Uhr

Stefan Thieme macht es nicht lange spannend: „Es gibt gewisse Eingriffe, die man vielleicht doch nicht vertreten kann“, sagt der Architekt vom Flensburger Planungsbüro Iga-Haus: „Die Brückenerschließung zur Schleswiger Straße wird nicht weiter verfolgt.“ Nun soll das gut 20 Meter hohe, siebengeschossige Parkhaus komplett von der Bahnhofstraße über die Hauptpostzufahrt erschlossen werden. Wobei Stadtplanungschef Peter Schroeders darauf hinweist, dass damit viel Verkehr ins Bahnhofsquartier geholt werde, den eine direkte Zufahrt von der Schleswiger Straße reduziert hätte. Allerdings werde die Parkpalette (300 Plätze, davon 50 von der Post genutzt) auch ohne Brücke nach Westen fünf bis sechs Meter über die Schleswiger Straße hinausragen. Architekt Thieme beruhigt: „Aber Sie werden es nicht sehen.“ Ein Ziel der Stadt ist es, einen großen Teil der 180 freien Parkmöglichkeiten rund um Bahnhof und Carlisle-Park ins neue Parkhaus zu holen.

Die Anwohner im vollbesetzten Paul-Ziegler-Zimmer des Technischen Rathauses nehmen das Entgegenkommen der Investoren um Jan Duschkewitz und Ralf Hansen dennoch ebenso erleichtert zur Kenntnis wie Flensburgs Naturschutzbeauftragter Jürgen-Uwe Maßheimer: „Ich bin sehr froh, dass der Hang frei bleibt“, sagt er. Das Gebiet sei von der Unteren Forstbehörde als Wald eingestuft. Und: In Flensburg gebe es bereits Probleme, überhaupt noch Plätze für Ersatzpflanzungen zu finden. Zudem gebe es mit Freiland und Nordmark-Gelände im Bahnhofsquartier viel „Bauunland, alten Seegrund und extrem schwierig“.

Geologe Roberto Hempel gibt im Auftrag von Frauke Gloyer, Inhaberin einer der Villen am Hang, eine Empfehlung: Man dürfe weder den schwierigen Baugrund unterschätzen noch die Grundwassersituation. Für etwaige Haftungsfragen verabredet Peter Schroeders mit Investoren und Nachbarn ein zweistufiges Verfahren zur Beweissicherung für den Fall von Schäden an den Häusern.

Stadtplaner Schroeders spricht von intensiven Diskussionen: „Der Eingriff in den Hang wiegt sehr schwer.“ Das Projekt insgesamt nennt er eine große Chance: Das Hotel schaffe eine Baukante zum Bahnhof und hole ihn damit psychologisch näher an die Stadt heran. In der Tat wenig kritisch diskutiert wird das geplante Intercity-Hotel, das von der Bahnhofstraße fünfstöckig wirkt und mit Tiefgaragen von der Westseite ebenfalls sieben Stockwerke zählen soll. Hier sind 150 Zimmer geplant, eigene Tiefgaragenstellplätze sowie eine Backsteinfassade.

Brauerei-Geschäftsführer Hans-Peter Heyen schlägt vor, das Parkhaus um 90 Grad zu drehen, um es aus dem Hang zu bekommen. Hansen und Duschkewitz versprechen, ihre Planungen nach den Eindrücken des Abend noch einmal zu überarbeiten. Außerdem können sie sich vorstellen, den hier rudimentär erhaltenen Teil der Valentiner Allee wiederzubeleben – samt einer neuen Wegeverbindung zur Schleswiger Straße.

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