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Offshore-Windkraft-Konferenz in Husum : Offshore-Verband fordert Planungssicherheit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die deutsch-dänische Offshore-Windkraft-Konferenz in Husum appelliert an die Bundesregierung: Bei der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müsse es durchdachte Entscheidungen gben, keine Schnellschüsse.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 18:40 Uhr

Die Offshore-Windkraft-Konferenz 2013 begann gestern in Husum mit einem Appell an die neue Bundesregierung. Alle Referenten mahnten, bei der notwendigen Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ohne Zeitdruck vorzugehen.

Ronny Meyer, Geschäftsführer des Offshore-Verbandes WAB und Initiator der Kampagne „Offshore – Deutschlands Windstärke“ forderte in der Podiumsdiskussion am ersten Konferenztag im Nordsee-Kongress-Zentrum außerdem ein „Vorschaltgesetz“, um bis zum Jahr 2020 mindestens 6 Gigawatt Offshore-Leistung sicher ausbauen zu können. „Wir brauchen in dieser jungen Branche mehr denn je Planungssicherheit. Das heißt Bestandsschutz hinsichtlich Vergütung und ein gesetzlich festgelegtes Ziel für die Offshore-Energieerzeugung.“ Die erwähnten 6 Gigawatt installierte Leistung können aus Meyers Sicht mit den aktuellen Plänen der Windpark- und Netzbetreiber erreicht werden. „Wenn sich die Bundesregierung dazu bekennt, diese Pläne zu unterstützen, würde das einen Fadenriss in der Zulieferindustrie vermeiden und den Investoren Vertrauen zurückgeben.“

Die Netzwerkagentur windcomm Schleswig-Holstein organisierte den Kongress in diesem Jahr zum fünften Mal in Husum. In einem einleitenden Film wurde das Potenzial des Husumer Flugplatzes als Hub-schrauber-Stützpunkt demonstriert. Schon jetzt ist hier die DRF Luftrettung mit einem Hubschrauber und zwei Rettungsteams für den Offshore-Windpark DanTysk stationiert. „Es gibt einen Bedarf an Offshore-Service-Stützpunkten in Schleswig-Holstein. Wir sehen in diesem Markt Ansiedlungs-Potenzial“, sagte Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland und windcomm-Projektkoordinator. Man wolle sich am Beispiel Dänemarks, des diesjährigen Partnerlandes, orientieren. Dänemark steht mit seiner installierten Offshore-Windkraft-Leistung von 1300 Megawatt weltweit auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien (3000 Megawatt). Deutschland hat zurzeit rund 500 Megawatt Windkraft-Leistung auf See installiert.

Die dänische Honorarkonsulin Susanne Beck Nielsen aus Hamburg forderte dazu auf, während der Konferenz die Möglichkeiten zum „Networking“ zu nutzen, um das „grenzenlose Unternehmen Windkraft“ zu realisieren. Das erworbene Wissen über die Grenze hinweg müsse intensiv genutzt werden, um in der deutsch-dänischen Windindustriebranche weiterhin führend zu sein.

Im Verlauf der Konferenz sprachen Vertreter der Betreiberfirmen offen über ihre Erfahrungen mit den Baufortschritten und ersten fertig gestellten Windparks auf hoher See. Unter anderem ging es um Methoden des Schallschutzes für Meeressäuger und um Kostenreduktion in der Logistik.

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