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Kredit der KfW-Bank : Offshore-Schiffe: 350 Millionen Dollar für die FSG

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die KfW-Bank sichert die Finanzierung der beiden Offshore-Schiffe für die norwegische Siem Rederi AS. Ablieferung im Februar und Juli nächsten Jahres.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 08:44 Uhr

Flensburg | Neuer Partner, endlich Geld: Die Finanzierung der beiden Offshore-Spezialschiffe, die auf der Flensburger Werft für ihren neuen Eigentümer Siem Industries entstehen sollen, ist gesichert. Das teilte die Frankfurter KfW IPEX-Bank gestern mit. Die FSG hatte den Auftrag zum Bau der zwei Hochtechnologie-Schiffe vor einem Jahr in trockene Tücher gebracht, war aber kurze Zeit später in finanzielle Turbulenzen gekommen, weil sie keine Bank für eine Zwischenfinanzierung gewinnen konnte. Mit dem neuen norwegischen Konzern an ihrer Seite ist das offensichtlich kein Problem mehr. „Die KfW IPEX-Bank stellt die Hälfte der Anzahlungs- und Endfinanzierung in Höhe von bis zu 350 Millionen US-Dollar (309 Millionen Euro) bereit“, heißt es in der Mitteilung.

Die beiden 158 Meter langen Schiffe sollen im Februar und Juli nächsten Jahres an die Siem Offshore Rederi AS abgeliefert werden, die für beide Einheiten schon jetzt eine siebenjährige Charter durch das amerikanische Unternehmen Helix Energy Solutions (Houston) hat. Als „Well Intervention Vessels“ werden sie zur Wartung von Ölfeldern im Offshore-Bereich auch in der Tiefsee eingesetzt. Das Aufgabengebiet umfasst laufende Wartungsarbeiten sowie Rückbau und Versiegelung erschöpfter Ölquellen.

Bei der Konstruktion wird großer Wert auf hohe Seetüchtigkeit und Aufenthaltsqualität für eine bis zu 150 Mitglieder starke Crew gelegt. Die Schiffe müssen bei jedem Wetter disponierbar sein – in hohem Maße auch aus Gründen der Sicherheit. Sie dienen auch der Gefahrenabwehr. Seit der Katastrophe um die Plattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 muss im Golf von Mexico immer ein Well Intervention Vessel in Rufbereitschaft auf offener See vorgehalten werden, um im Krisenfall schnell reagieren zu können. Maßgeblich beteiligt an der Bekämpfung der Umweltkatastrophe war übrigens Helix Energy Solutions, der künftige Charterer der beiden FSG-Schiffe. Sie werden jedoch nicht im Golf von Mexiko sondern vor der Küste Brasiliens zum Einsatz kommen, wo das Ölfeld Libra von einem internationalen Konsortium erschlossen wird.

Während sich Flensburg über den Erhalt von Arbeitsplätzen und Fortbestand des Traditionsunternehmens freut, ist auch der Geldgeber zufrieden. Siem Offshore sei auch für die KfW IPEX-Bank ein wichtiger Neukunde im Offshore-Geschäft, heißt es in der Mitteilung. In diesem zukunftsträchtigen Marktsegment sieht die Bank Chancen auch für die norwegisch-deutsche Werft. „Der Abschluss des Auftrags zeigt, dass hochwertige Spezialschiffe aus Deutschland international gefragt sind“, so KfW-Geschäftsführer Christian Murach. Mit der Kiellegung muss sich die FSG allerdings noch ein wenig Zeit lassen. Die große Werfthalle ist durch einen Auftrag blockiert, über den Werft und Auftraggeber Verschwiegenheit vereinbart haben. Die noch immer an der Ausrüstungspier liegende Amazon Conqueror für die britische Western Geco-Reederei ist ebenfalls für das Offshore-Geschäft konzipiert. Sie wird nach Angaben der FSG im März an den Eigentümer übergeben. Ihr Schwesterschiff Amazon Warrior ist bereits seit Sommer letzten Jahres im Einsatz.

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