Offensive für die Ausbildung

In der Lehre: Christoph Lehmann ist der erste Auszubildende als IT-Kaufmann bei der Nord-Spedition. Auch in fünf weiteren Berufen wird dort ausgebildet.
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In der Lehre: Christoph Lehmann ist der erste Auszubildende als IT-Kaufmann bei der Nord-Spedition. Auch in fünf weiteren Berufen wird dort ausgebildet.

Bei der Nord-Spedition in Großenwiehe werden überdurchschnittlich viele junge Leute ausgebildet / Unter 200 Mitarbeitern sind 36 Lehrlinge

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27. September 2017, 16:56 Uhr

Das Unternehmen Nord-Spedition in Großenwiehe geht neue Wege, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Vor fünf Jahren wurde dort eine Kampagne zur Ausbildung für Berufskraftfahrer gestartet, um diesen Beruf attraktiver zu machen. Allein in diesem Jahr wurden zwölf Auszubildende eingestellt.

Mit einer gebrauchten Sattelzugmaschine und einem ebenfalls gebrauchten Tankauflieger begann Siegfried Hansen 1976 seine Tätigkeit im Flüssigkeitstransportgeschäft. Heute fahren für Nord-Spedition fast 100 Fahrzeuge im Kerngeschäft Futter- und Lebensmitteltransporte sowie technische Transporte einschließlich Gefahrgüter. Geleitet wird das Unternehmen nun in der nächsten Generation von seinen Söhnen Lars und Oke Hansen. Dazu gehört noch der Kfz-Service Großenwiehe, der die eigenen und fremde Fahrzeuge wartet und repariert. „Vater hat das Fundament gelegt, wir haben das Haus darauf gebaut“, sagt Lars Hansen.

Um das Haus auch für die Zukunft fit zu machen, kümmert man sich um seine Lehrlinge. Ein Ausbildungsfahrer bildet sie speziell in der Theorie für die Fachanforderungen in der Tanklogistik aus. Dazu steht ein eigener Seminarraum zur Verfügung. Sie durchlaufen auch alle Stationen in der Werkstatt und in der Tankreinigung; fünf weitere Ausbildungsfahrer nehmen sie mit „auf Strecke“ und schulen das Tagesgeschäft. Insgesamt werden in dem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern 36 junge Menschen in sechs Berufen ausgebildet, darunter auch Fachkräfte für Lagerlogistik und Kaufleute für Logistikdienstleistungen. Erstmals gehört auch der IT-Kaufmann dazu.

Die Spezialisierung auf die reine Tanklogistik erleichtert zwar den Wettbewerb am Markt etwas, aber er bleibt hart. „Wir wollen unseren Qualitätsanspruch am Markt durchsetzen und nicht unbedingt jeden Preiskampf gewinnen“, sagt Daniela Hansen, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu sei eine sehr gute Ausstattung notwendig – von den Fahrzeugen bis zum Personal. In der näheren Zukunft soll in Großenwiehe nun die weitere Digitalisierung in Angriff genommen werden, um dort, wo es möglich und sinnvoll ist, möglichst papierlos zu arbeiten.

Zukunftsweisend ist das betriebliche Gesundheitsmanagement, das Anfang 2015 ins Leben gerufen wurde: Das Leitmotto des Unternehmens „Spring mit auf“ wird mit „Bleib gesund!“ ergänzt. Es werden verschiedene Aktivitäten zum Thema Ernährung und Körperbewusstsein angeboten, so beispielsweise Pilates am Sonnabend, damit auch die Fahrer teilnehmen können. In der Kfz-Werkstatt gibt es ein „Offline-Büro“, in das sich Mitarbeiter begeben können, wenn sie ganz in Ruhe außerhalb des gewöhnlichen Schallpegels arbeiten wollen. In den Pausen können sie sich bei Bedarf in einen Ruheraum zurückziehen. Jeder Mitarbeiter hat einen ergonomischen Steh-Sitz-Arbeitsplatz, der auf den jeweiligen Bedarf stufenlos eingestellt werden kann. „Wir versuchen, individuelle Lösungen für jeden Mitarbeiter zu finden“, sagt Daniela Hansen über das Gesundheitsmanagement.

Bei aller globaler Ausrichtung in dieser Branche zeigt das Unternehmen immer eine starke Verbundenheit zur Heimatgemeinde. So sind die Fahrer angewiesen, von der Bundesstraße 200 aus die Abkürzung über die Siedlung Oxlund zu meiden und einen Umweg über die Bundesstraße zu fahren, um die Menschen dort nicht mit zusätzlichem Lkw-Verkehr zu belasten.

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