Obduktion: 24-Jähriger verblutete

Der 24-Jährige wurde unmittelbar vor der Diskothek „M1“ im Marienkirchhof erstochen.
Der 24-Jährige wurde unmittelbar vor der Diskothek „M1“ im Marienkirchhof erstochen.

Auch zwei Tage nach der Tat gibt es bisher keine Festnahmen / Das Opfer ist ein Syrer

Rueb_Anna_300_1014.jpg von
02. Januar 2020, 12:55 Uhr

Flensburg | Nach dem Tötungsdelikt in der Silvesternacht dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg an. Fest steht, dass hier am Neujahrsmorgen gegen 2.30 Uhr ein 24-jähriger Mann vor der Diskothek „M1“ schwer verletzt wurde. Der Syrer starb kurze Zeit später.

Wie die Staatsanwaltschaft gestern bestätigte, gab es bisher keine Festnahmen. „Die Ermittlungen dauern an. Wir werten derzeit Zeugenaussagen aus“, erklärte Oberstaatsanwältin Dr. Inke Dellius.

Entsprechendes Videomaterial wird derzeit ebenfalls gesichtet. Das Opfer soll mehrere Stichverletzungen am Oberkörper erlitten haben. Ein Stich war tödlich. Eine Obduktion ergab, dass der 24-Jährige verblutete. Nach Informationen unserer Redaktion soll der mutmaßliche Täter in der Diskothek „M1“ abgewiesen worden sein. Wenig später erschien er in Begleitung weiterer Männer wieder vor Ort und stach nach einem Wortgefecht auf den 24-Jährigen ein.

Fünf bis sechs Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren sollen nach der Tat durch den Marienkirchhof weggelaufen sein. Alle sollen dunkle Haare und einen dunklen Teint gehabt haben, teilte die Polizei mit. Einige sollen weiße Oberbekleidung getragen haben. Die Fahndung nach dem Mann, der den 24-Jährigen erstochen haben soll, läuft auf Hochtouren. „Es gibt keinen dringenden Tatverdacht“, so Dellius. Entsprechende Gerüchte, dass es sich bei dem Täter um einen Iraker handeln könnte, bestätigte sie nicht.

Zeugen der Streitigkeiten vor und in der Diskothek sowie der eigentlichen Tat werden dringend gebeten, sich bei der Bezirkskriminalinspektion Flensburg unter der Telefonnummer 0461/4840 zu melden.

Die Diskothek „M1“ befindet sich direkt neben dem beliebten Café „Kritz“ am Nordermarkt. In den vergangenen Jahren hatte die Diskothek immer wieder wechselnde Namen. Über die aktuellen Betreiber ist wenig bekannt. Sie gelten als wenig kontaktfreudig. Selbst in der Gastro- und Disco-Szene von Flensburg weiß man nur wenig. Aus der Nachbarschaft wird berichtet, dass es rund um die Disco immer wieder zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll.

Das Tötungsdelikt vor dem „M1“ weist Parallelen zum Fall Mert Can auf. Der 20-Jährige war an Ostern 2017 von den Cousins I. und R. an der Haustür seines Elternhauses in Klues erstochen worden. Vor der Tat hatte es zwischen den jungen Männern Streit in einer Flensburger Diskothek gegeben.

Beide Cousins wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes zu längeren Haftstrafen verurteilt. Der Fall Mert Can hatte für große Aufmerksamkeit und Anteilnahme in Flensburg gesorgt. Vor der Tat wurden in sozialen Netzwerken Morddrohungen gegen Mert Can versandt.

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