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Schiffbrücke Flensburg : Nutzungsmix statt Schandfleck

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Investorengruppe plant an der Schiffbrücke ein kleines Hafenhotel, sechs Stadthäuser, Wohnungen und eine Tiefgarage

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 07:14 Uhr

Die Erleichterung war mit Händen zu greifen: „Hervorragend, dass hier etwas passiert“, sagte CDU-Ratsherr Arne Rüstemeier, nachdem Stadtplanungschef Peter Schroeders die Entwürfe der Architekten Asmussen & Partner für den Kaysers-Hof-Komplex vorgestellt hatte. Wie berichtet, plant hier der Bauunternehmer Hermann Höft zusammen mit zwei weiteren Investoren den Bau eines kleinen Hafenhotels sowie 21 Wohnungen und sechs Stadthäuser. Im Planungsausschuss gab es bei der ersten Lesung zwar einige Fragen, aber so gut wie keine Kritik.

Das Hotel soll in den Häusern direkt an der Schiffbrücke angesiedelt werden. Der frühere „Kaysers Hof“ – später Diskothek „Sunny“ – soll ebenso erhalten werden wie die beiden Häuser kurz vorm Herrenstall. Das Haus Schiffbrücke 33 wird abgerissen, von der Nummer 34, der Brandruine, bleibt nur die Fassade stehen. Das Hotel soll 50 Zimmer mit 88 Betten sowie einen kleinen Seminarbereich erhalten.

Am Herrenstall muss ein Teil der früheren Gaststätte „Columbus“ (Hausnummer 10) den Planungen weichen. Die Stadthäuser indes werden in den bestehenden Gebäuden am Herrenstall aufwärts untergebracht. Der gesamte hintere Bereich mit dem Speicher soll den Entwürfen zufolge abgerissen werden; hier entsteht ein kleiner Komplex mit 21 Wohnungen. Freiräume sollen ebenso bleiben wie ein Durchgang zur Norderstraße. Die heute vorhandene Zufahrtstraße im Süden gehört nicht zum Bauvorhaben; es gibt aber eine Option für einen späteren Zukauf durch die Investoren. Über diese Straße können Besucher eine Tiefgarage mit 35 Plätzen ansteuern. Ein genaues Parkkonzept müsse im Laufe des Verfahrens erarbeitet werden, sagte Schroeders. Ansichten für das Bauvorhaben gibt es noch nicht.

Schroeders erinnerte an die „schwere Geburt“ des Projektes. Schon vor fünf Jahren wurden Pläne für ein doppelt so großes Hotel vorgestellt, damals noch vom früheren Besitzer Kay-Uwe Jensen, der jedoch Insolvenz anmelden musste. Mehrere Jahre passierte gar nichts – außer einem rapiden Verfall der Bausubstanz. „Viele Bürger empfinden das zunehmend als Schandfleck“, sagte Rüstemeier. Eine Umsetzung der Pläne werde maßgeblich „zur Gesundung der nördlichen Altstadt beitragen“, prognostizierte Schroeders und lobte die „kleinräumlichen Qualitäten“ des Entwurfs, der einen „Nutzungsmix auf engstem Raum“ anstrebe. Durch die nach vorn gelegte Zufahrt zur Tiefgarage werde die Belastung der Bewohner des Oluf-Samson-Gangs gering gehalten.

In vier Wochen soll der Planungsausschuss Grünes Licht für den Entwurf geben. Bis dahin ist er auf der Homepage der Stadt zu sehen. Da es sich nicht um einen neuen Bebauungsplan, sondern um Abweichungen von einem bestehenden handelt, gibt es keine formale Bürgerbeteiligung.

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