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Mittelangeln : Nur geringes Interesse am Handwerk

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

25 Betriebe warben bei Azubi-Messe in Satrup um Nachwuchs.

Geschäftiges Treiben in der Mehrzweckhalle der Satruper Regenbogenschule. Zur siebenten Ausbildungsmesse haben sich 25 Betriebe und Verwaltungen aus der Region eingefunden, um Jugendliche über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren. Mit Steffen Henkel, Leon Fischer und Momme Gürr interessieren sich die ersten Jugendlichen für einen Ausbildungsplatz im Handwerk. Lennard Sorge und seine Kollegen aus verschiedenen Handwerksbetrieben und Gewerken geben sich alle Mühe, die beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen.

Bei Leon Fischer stößt das auf großes Interesse. Der 14-Jährige aus der achten Klasse der Struensee-Gemeinschaftsschule interessiert sich für den Beruf des Maurers. Steffen Henkel ist noch unentschlossen, könnte sich aber vorstellen, im Bereich Holz zu arbeiten und Momme Gürr erwägt, den Beruf des Zimmermanns oder des Tischlers zu erlernen.

„Wir brauchen dringen Nachwuchs im Handwerk“, meint Lennard Sorge. Fast ein wenig neidisch schaut er zu den anderen Ständen. Banken, Verwaltung, soziale Berufe, dort hören viel mehr Jugendliche interessiert zu.

In der Struensee-Gemeinschaftsschule ist Lehrer und Mitorganisator der Azubi Messe Hartmut Papenhagen der Berufsexperte. Bei vielen Schülern sei weiterhin der Wunsch vorhanden, nach dem Ende der Schulzeit eine weitere schulische Ausbildung anzuschließen. „Viele in den Abgangsklassen sind beruflich noch unentschlossen“, lautete seine Erkenntnis.

Das zu wenige Jugendliche sich für handwerkliche Berufe interessieren, liegt nach Meinung von Papenhagen auch am Handwerk. „Sie machen zu wenig auf sich aufmerksam, zeigen nicht auf, welche tollen beruflichen Perspektiven es im Handwerk gibt“, sagte er. Diese Ansicht unterstützt auch Dietmar Post, stellvertretender Schulleiter der beruflichen Eckner-Schule und Mit-Initiator der Azubi-Messe. „Das Handwerk wirbt nicht attraktiv, zeigt nicht auf, welche großen Entwicklungsmöglichkeiten es gibt. Andere dagegen erkennen die Möglichkeiten einer handwerklichen Ausbildung für ihren weiteren beruflichen Weg.“

Frank Bobzien vom Bernstorff-Gymnasium berichtet von Gymnasiasten, die erst einen handwerklichen Beruf erlernen, bevor sie studieren oder eine andere weiterführende Ausbildung beginnen. Insbesondere die Duale Ausbildung finde immer mehr Anklang.

Das bestätigt auch Danny Huber, Ausbilder beim Finanzamt Eckernförde/Schleswig. Sein Stand ist dicht umlagert, auch weil es hier attraktive Ausbildungsplätze gibt. Von 19 Ausbildungsplätzen werden zehn als duale Studienplätze vergeben. Finn Petersen, Auszubildender bei der Nospa, berichtet von regem Interesse und einer starken Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Zufrieden mit dem Interesse der Schüler war auch Tanja Mollnau vom Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in Schleswig. „In unserer Region ist die Bevölkerung noch bundeswehr-affin, das mache die Werbung einfacher“, sagte sie.

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