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Lohn-Streit in Flensburg : „Nur die Spitze des Eisbergs“ – Beach-Club weiter unter Druck

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Vorwürfe gegen den Inhaber der Flensburger Förde-Betriebs-GmbH, Rolf Sommer, reißen nicht ab. Der Beschuldigte selbst hat sich nun via shz.de zu Wort gemeldet.

Flensburg | Der Wirbel um den Beach-Club schlägt immer höhere Wellen. Zu den Anschuldigungen mehrerer Ex-Mitarbeiter, die immer noch nicht ihren vollen Lohn aus der dem Jahr 2014 erhalten haben, gesellen sich nun weitere Vorwürfe.

So berichtet Daniel Thomsen, Geschäftsführer des Unternehmens Zelt- und Veranstaltungsservice NF, der dem Lokal die sanitären Anlagen von Anfang April bis Saison-Ende zur Verfügung gestellt hatte, ebenfalls von Außenständen in erheblichem Umfang. So soll Rolf Sommer, Inhaber der Förde-Betriebs-GmbH, ihm noch weit über 7000 Euro schuldig sein, die man derzeit versuche über ein Inkasso-Unternehmen einzutreiben. „Eine Ratenzahlung“, so Thomsen, „habe ich ablehnen müssen.“

Erbost äußert sich auch ein leitender Mitarbeiter einer bekannten Firma für Veranstaltungstechnik in Flensburg. Man habe dem Beach-Club das Equipment für diverse Konzerte im Sommer zur Verfügung gestellt. Auch hier sei ein vierstelliger Betrag anhängig. Der Beach-Club-Betreiber, so die Klage, „hat teilweise schon vorher gewusst, dass er nicht würde zahlen können“.

Das Flensburger Tageblatt verfügt zudem über zuverlässige Informationen, nach denen Sommer seinem Lieferanten Behn-Getränke einen Betrag von über 5000 Euro vorenthalten hat. „Das ist alles nur die Spitze des Eisbergs“, sagt ein Branchen-Insider.

Unterdessen hat Rolf Sommer, der gegenüber unserer Zeitung trotz Anfrage keine Stellungnahme abgegeben hat, sich über die Kommentar-Funktion von shz.de zu Wort gemeldet. Demnach handele es sich nicht, wie berichtet, um insgesamt 19 Ex-Mitarbeiter, sondern um zehn ehemalige Mini-Jobber und zwei ehemalige Angestellte, die Forderungen an ihn gestellt hätten.

 Die Mini-Jobber würden einen Anspruch auf Überstundenausgleich für zwei Wochen im Oktober 2014 geltend machen, die Angestellten einen Restlohn. „Alle anderen Löhne und Trinkgelder“, behauptet Sommer, „sind nachweislich gezahlt worden!“ Da man aufgrund erheblicher Investitionen und dem notwendig gewordenen Ankauf der Anteile des ehemaligen Gesellschafters (Thorsten Thiesen) das Budget überschritten habe, sei es erforderlich gewesen, ein weiteres Privatdarlehen des Gesellschafters zur Verfügung zu stellen. „Leider ist es nicht gelungen dieses Darlehen schnell zu generieren, da meine Unternehmen ganz erhebliche Außenstände haben, die nur sehr schleppend zu realisieren sind.“

Dadurch bedingt, sei er mit der Aufarbeitung des Missstandes erheblich zu langsam vorangekommen. „Ich bedauere dies sehr, da es letztendlich um verdiente Mitarbeiter geht, die selber nun wirklich nicht viel Geld zur Verfügung haben. Wir haben zwar einige der berechtigten Forderungen bereits erledigt, haben aber noch ein Stück Arbeit vor uns und haben keinesfalls vor, berechtigte Forderungen nicht zu erfüllen.“

Es sei, schreibt Sommer, sein erstes Jahr in der Gastronomie gewesen und er habe Lehrgeld zahlen müssen. „Ich kann nur alles daran setzen, Fehler die erkannt sind, nicht zu wiederholen!“

Ob das Geschäftsgebaren Sommers Einfluss auf die Vergabe für den diesjährigen Beach-Club haben wird, bleibt abzuwarten. Ralf Leese erklärte für das TBZ als Inhaber der Fläche, dass privatrechtliche Außenstände keinen Einfluss auf die Genehmigung zur Sondernutzung haben würden. „Gaststättenrechtliche Bedenken würden sich jedoch gewiss auf die Entscheidung der Ordnungsbehörde auswirken.“

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erstellt am 27.Feb.2015 | 09:00 Uhr

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