Bildung in Flensburg : Notbremse für neues Modell?

Trommeln lernen:  Auch solche Angebote bietet der Offene Ganztag.
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Trommeln lernen: Auch solche Angebote bietet der Offene Ganztag.

Offener Ganztag in Grundschulen: SSW und SPD treten auf die Bremse, Grüne wollen nachbessern

shz.de von
14. März 2018, 07:38 Uhr

600 Unterschriften haben die aufgebrachten Eltern der Unesco-Schule gesammelt, und die sind längst nicht alle nur aus Weiche. Sie wenden sich gegen die neue Form des Offenen Ganztags an den Grundschulen, vor allem jedoch gegen die drastisch steigenden Kosten ab Sommer 2018.

Und wie es aussieht, werden sie zumindest einen Teilerfolg erzielen. Kurz vor der Mammut-Ausschusssitzung heute im Ratssaal rudert die SPD zurück und tritt der SSW auf die Bremse. Die Grünen versuchen eine leichte Kurskorrektur. Sie fordern eine systemübergreifende Geschwisterermäßigung, die bisher nicht vorgesehen ist. Das heißt, die Geschwisterermäßigung soll auch dann greifen, wenn ein Kind in der Kita und das andere im Offenen Ganztag betreut wird.

Die SPD strebt eine Verschiebung der für morgen anstehenden Entscheidung in der Ratsversammlung an. „Es sind noch zu viele Fragen der betroffenen Eltern unbeantwortet, der Dialog zum Offenen Ganztag muss deshalb fortgesetzt werden“, heißt es in einer Mitteilung von Kreisverband und Ratsfraktion. An der grundsätzlichen Idee, den Offenen Ganztag auf neue Beine zu stellen, will die SPD nicht rütteln. Eine reine „Kinderaufbewahrung, wie zuletzt von Einzelnen aus Kostengründen gefordert, kommt für die SPD nicht in Frage.“

Mit großer Skepsis geht der SSW in die heutige Beratung und stellt viele Fragen: „Wie hoch werden die Kosten steigen? Was passiert mit Angeboten, wenn die Zahl der Anmeldungen nur gering ist? Wie hoch werden die Belastungen für den Flensburger Haushalt sein?“

Die CDU hingegen möchte diese Woche eine Entscheidung treffen. Sie geht davon aus, dass alle ausstehenden Fragen in der heutigen Ausschussitzung beantowrtet werden können.

Die Eltern beklagen vor allem eine massive Steigerung ihrer Beiträge durch das neue Modell. Sie befürchten, dass Eltern ihre Kinder von der Ganztagsbetreuung abmelden und stattdessen auf eine Teilzeitbeschäftigung verzichten. Einige Eltern – zum Beispiel aus Weiche – hätten ihre Kinder in Weding angemeldet, wo die Kosten deutlich geringer seien. Die gemeinsame Sitzung von Finanz-, Bildungs- und Jugendhilfeausschuss beginnt heute um 16 Uhr im Ratssaal.

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