Flensburg : Nospa will die Stadtteile stärken

Einer von fünf Flensburger Regionaldirektoren: Sebastian Hauck, Nospa-Chef in Engelsby, der vom Filialleiter zum Direktor aufgestiegen ist.
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Einer von fünf Flensburger Regionaldirektoren: Sebastian Hauck, Nospa-Chef in Engelsby, der vom Filialleiter zum Direktor aufgestiegen ist.

Mit den fünf neuen Regionaldirektionen will die Sparkasse mehr Kompetenz aus der Zentrale in die Quartiere holen.

shz.de von
05. Januar 2015, 14:00 Uhr

Flensburg | Es ist ein Trend, der in der Bankenbranche seit Jahren zu beobachten ist. Die Filialnetze werden insgesamt immer dünner, wenn es um ländliche Standorte oder die Stadtteile größerer und mittlerer Städte geht. So hat zum Beispiel die Hypovereinsbank kurz vor dem Jahreswechsel in Flensburg je einen Standort im Süden (Schleswiger Straße/Ecke Bleiche) und im Norden (Neustadt/Junkerhohlweg) aufgegeben. Und wenn andere, überregionale Institute in der Stadt neue Filialen eröffnen, entstehen sie garantiert in der Innenstadt. Zuletzt bekam allein die untere Angelburger Straße, die schon die Targo-Bank beheimatet, auf der kurzen Zeile zwischen C & A und Südermarkt Zuwachs von PSD-Bank (Kiel) und BB-Bank (Karlsruhe).

Auch die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) hat sich vom Trend zu weniger Standorten nicht abgekoppelt. Mitte des Jahres hatte sie angekündigt, ihre 114 Filialen in Flensburg sowie in den beiden Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland auf 95 reduzieren zu wollen – von 70 mitarbeitergeführten Zweigstellen sollen nach der Neustrukturierung des Privatkundengeschäfts 40 übrig bleiben und in sogenannten Regionaldirektionen die Beratungskompetenz für die Kunden gebündelt werden.

Trotz insgesamt dünnerer Filialnetze versucht die Nospa indes mehr Beratungskompetenz, Verantwortung und damit schnellere Entscheidungen in die Stadtteile und Fläche zu holen. 19 Regionaldirektionen plus 21 ihnen direkt zugeordnete weitere Filialen sollen nach dem Netz-Umbau der Nospa im Sommer übrig bleiben.

In Flensburg, wo das Konzept zuerst umgesetzt worden ist, gibt es mittlerweile fünf Regionaldirektionen. Neben dem Finanzmarkt am Holm sind dies der Friesische Berg, dem die Filiale in der Walzenmühle zugeordnet ist, die Direktion Weiche, zu der die Schleswiger Straße gehört, der Twedter Plack in Mürwik, der auch die Glücksburger Filiale führt, und die Regionaldirektion Engelsby mit ihrer Filiale am Stadion in Fruerlund. Nach der zweiten und dritten Umwandlungswelle soll im Mai auch Harrislee zur Regionaldirektion aufsteigen – und dann die Nospa-Standorte in Handewitt und Schafflund mit führen.

In Engelsby zum Beispiel kann Regionaldirektor Sebastian Hauck mit seinem zehnköpfigen Team (plus ein bis zwei Azubis) das volle Spektrum der Finanzdienstleistungen anbieten – von A wie Aktienkauf bis Z wie Zahlungsverkehr. Dazu ist seine Mannschaft gerade um einen Baufinanzierungsberater und eine Vermögensberaterin verstärkt worden.

Die neue Finanzberaterin mit Wertpapierkompetenz habe ihre Kunden aus der im November geschlossenen und zum SB-Standort umgewandelten Filiale Hafermarkt, also aus Jürgensby und Adelby mitgebracht. „Vor zehn Jahren habe ich vom Wertpapier bis zur Baufinanzierung noch alles gemacht“, erinnert sich Hauck. Das sei heute gar nicht mehr möglich, sagt der 35-Jährige.

Einen wesentlichen Vorteil eines großen Standortes wie der Engelsbyer Straße sieht Hauck in der guten Erreichbarkeit: „Unser Vorteil sind die guten Parkmöglichkeiten hier.“ In der Innenstadt habe man während eines Bankbesuchs vielleicht schon ein Ticket kassiert.

Einer wie Sebastian Hauck ist für die Nospa für den neuen Job des Sparkassen-Direktors alter Schule wie geschaffen. 1999 begann er seine Ausbildung bei der Flensburger Sparkasse, war Kundenberater und wurde schließlich Sparkassenbetriebswirt. Danach arbeitete er als Individualkundenberater, leitete die Hafermarkt-Filiale und seit 2008 den Standort in Engelsby. „Mit der Zeit verwächst man mit der Region“, sagt Hauck und meint damit die zahleichen Ehrenämter, die einer wie er nach und nach übernommen hat: Er gehört dem Vorstand des Bürgerforums Engelsby an, der Interessengemeinschaft (IG) Altstadt Süd und sitzt seit einer Weile auch im Vorstand des Flensburger Verschönerungsvereins. Mehr regionale Vererdung geht kaum.

Es ist genau 20 Jahre her, dass Sebastian Hauck sein erstes Praktikum in der Sparkassenfiliale am Hafermarkt machte. Vor wenigen Wochen war er es, der als letzter hier an der oberen Angelburger Straße den Schlüssel umgedreht hat.

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