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Altstadt Flensburg : Norderstraße: Galerie der Miezekatzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Passanten und Geschäftsleute freuen sich / Geheimnis: Wer ist die Malerin?

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 11:27 Uhr

Viele Flensburger sind begeistert: Eine anonyme Malerin verziert an der Norderstraße Häuserecken und öde Mauern mit Katzenbildern. Die unterschiedlichen Charaktere der „Stubentiger“ sind wiedergegeben und manchmal fantasievoll ergänzt.

Schuhe auf der Leine – na gut, sie sind inzwischen untrennbar mit der Norderstraße verbunden. Doch  die Straße hat ein weiteres Merkmal: handgemalte, niedliche  Bilder von Katzen. Sie begeistern Geschäftsleute, Anwohner und Passanten. Immer wieder zücken Spaziergänger das Handy und nehmen Bilder zur Erinnerung mit. Dabei rankt sich ein Geheimnis um die niedlichen Bilder: Wer malt sie? Die Künstlerin legt Wert auf Anonymität.

Ihre Signatur „N.M.“ auf den Bildern hilft nicht weiter. Und auf eine Zufallsbegegnung zu hoffen, scheint illusorisch: Die Küstenklatschwelle sagt, die Künstlerin malt ihre Katzen nur nachts, wenn der typische Flensburger schläft.

Grund der Anonymität soll sein, dass die Malerin Sorge hat, sie werde wegen Sachbeschädigung angezeigt. In der Tat werden Hausbesitzer nicht lange gefragt, ob ein Katzenbild seinen Platz auf der Hausecke erhalten darf. Jana von den Stadtmatrosen erzählt: „Die ersten zwei Katzenbilder wurden entfernt, weil sie als Vandalismus angesehen wurden. Dabei ist das doch etwas Schönes.“

Die Bilder finden sich, wo sich ihre echten Vorbilder gern herumdrücken: in Hausdurchgängen, an Hausecken, an Treppenaufgängen. Mal sind sie schnell zu entdecken, manchmal muss der Spaziergänger suchen. Die kleine Katzenparade – zehn Bilder sollen es sein –  lohnt den Bummel durch die Norderstraße – ganz besonders mit Kindern, die ihre helle Freude an den Bildern haben.

Der Vorstoß in die Geschäfte der Norderstraße und der Versuch, Erkundigungen über die Malerin einzuholen, geht ins Leere. Verschiedene Geschäftsleute kennen jemand, der jemanden kennt, der die Künstlerin kennt.

Thomas Raake ist begeistert von der Idee. Der Geschäftsinhaber hat sein Vergnügen an den Bildern und freut sich über den Impuls für Flensburger und Besucher, durch die Norderstraße zu bummeln und die Katzen zu entdecken. Trina Labahn, Inhaberin von Dito in der Norderstraße, sagt: „Die Bilder sind wunderschön! Einmal habe ich ein kleines  Kind gesehen, dass vor Freude gequiekt hat, als es die Katze gesehen hat. Es lief zum Katzenbild und streichelte die an die Wand gemalte Katze.“

Sven Sekora erzählt: „Einige der Ladenbesitzer in der Straße waren enttäuscht, dass kein Bild an die Wand ihres Geschäftes gemalt worden ist.“ Die kleinen Katzen seien so angenehm weit weg von den politischen Parolen, die sonst auf Hauswände geschmiert werden.

Ein Freund von Sven Sekora kennt die anonyme Künstlerin mit den Initialien „N.M“ persönlich. Von ihm weiß   er, dass es sich um eine Frau handelt. Er meint sich daran zu erinnern, dass die Malerin in der Norderstraße  wohnt. Doch Genaues weiß man nicht – und so soll es auch sein.

Andere Ladenbesitzer erzählen, dass inzwischen sogar manche Touristen auch und gerade  in die Norderstraße kommen, um sich an den Katzenbildern zu erfreuen. Es wird auch berichtet, dass es Tagesgespräch unter den Anwohnern der Straße ist, wenn es ein neues Bild gibt.


 

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