Wintereinbruch : Nicht nur jammern – Auch Lob für den Winterdienst

Für Radfahrer, hier in der Alten Lecker Chaussee, sind die Straßenbedingungen besonders gefährlich.
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Für Radfahrer, hier in der Alten Lecker Chaussee, sind die Straßenbedingungen besonders gefährlich.

Die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums stehen in diesen Tagen unter besonderer Beobachtung. Doch es gibt nicht nur Beschwerden über nicht geräumte Straßen, sondern auch ein Lob für den Winterdienst.

shz.de von
31. Januar 2015, 12:30 Uhr

Flensburg | Der Schnee schlägt eine Schneise. Auf der einen Seite stehen die Ankläger und Beschwerdeführer: Sie sind chronisch unzufrieden mit dem Winterdienst, der in Flensburg in den Händen des Technischen Betriebszentrums (TBZ) sowie in der Verantwortung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr liegt. Sie kommen, so wird moniert, zu spät oder gar nicht.

Gesehen worden seien die Räumpatrouillen, so geht aus einer Spontan-Umfrage hervor, weder in Sünderup noch in Hochfeld, auch Duburger Straße und Junkerhohlweg würden nicht geräumt, Schulze-Delitzsch-Straße und Johannismühle seien erst in Angriff genommen worden, als man gar nicht mehr damit gerechnet habe. Und ein Autofahrer beklagt, dass er eine Stunde und zehn Minuten vom Nordkreuz bis zur Zob-Kreuzung unterwegs gewesen sei – schlitternd auf blankem Eis. Sobald man aber die Stadtgrenze passiert habe, sei die Welt wieder in Ordnung.

Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die weniger Verständnis für notorische Nörgler zeigen denn für den aufreibenden Einsatz derjenigen, die gegen Schneemassen ankämpfen. So schreibt ein Leser: „Hut ab vor all den fleißigen Helfern, die schon nachts um 3.30 Uhr Gehwege und Straßen für uns räumen und jetzt immer noch unterwegs sind!“ Jessica Peetz ergänzt: „Ich finde, man sollte dem TBZ lieber mal ein großes Lob aussprechen!“ Schließlich könnten die Schneeräumer nicht überall zur gleichen Zeit auftauchen. Rolli Thoms: „Einen großen Dank an die Mitarbeiter aller Winterdienste.“

Ein Vielfahrer schildert seine Sicht der Dinge: „War heute elf Stunden mit dem Auto unterwegs und hab etliche fleißige Arbeiter gesehen, die mit Sicherheit ihr Bestes geben. “

Das ist Balsam für die Ohren von TBZ-Sprecher Ralf Leese. Er betont, dass es im Kundenzentrum seit Beginn des Wintereinbruchs nur zwei bis drei Beschwerden gegeben habe, die sich auf Fuß- und Radwege bezogen. Er nickt, als er mit der Aussage eines Flensburgers konfrontiert wird: „Die machen ihren Job, nur die kommen nicht hinterher!“ Man arbeite schließlich von frühmorgens bis spät im Zweischichtbetrieb mit jeweils etwa 50 Mann. „Die letzten waren um 22 Uhr wieder zurück – und frühmorgens geht es wieder raus.“ Und natürlich seien die Kapazitäten beim Personal begrenzt.

Für Irritationen sorgt weiterhin die Verordnung zur Räumpflicht auf Radwegen. „Das ist logistisch von uns nicht zu bewältigen.“ Seiner Interpretation zufolge sind Grundstückseigentümer verpflichtet, sowohl auf Geh- als auch auf anliegenden Radwegen auf einem Meter Breite zu räumen und zu streuen. Das aber haben die wenigsten bislang realisiert und umgesetzt. Leese gibt zu, dass der entsprechende Paragraf und TBZ-Flyer verschiedene Auslegungen zulassen.

Und so wird es wohl bleiben, wie es Leser Markus Geist formuliert: „Die benutzungspflichtigen Radwege werden gekonnt ignoriert.“

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