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Besonderer Hörgenuss : New Yorker Sommer-Wind zurück an der Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kontrabassist mit Wurzeln am Alten Gymnasium spielt zum Schuljubiläum und mit den SH-Sinfonikern

Das wird ein Wiedersehen und erst recht ein Wiederhören! Gleich zweimal im Juli ist Martin Wind, preisgekrönter und gefragter Kontrabassist aus Flensburg mit Wohnsitz in den USA, in seiner alten Heimat an der Förde zu hören; dazu gibt er noch weitere Konzerte in Husum, Schleswig, Rendsburg und Timmendorfer Strand.

Und vor einem halben Jahr spielte er für das Ehepaar Obama in Washington/D.C. Na ja, nicht ausschließlich. Bei der Verleihung der Kulturpreise des Kennedy Centers – eine Art Oscar der Darstellenden Künste – gehörte er zum Orchester, das live unter anderem Stars wie James Taylor und Aretha Franklin begleitete. Barack Obama saß nebst Gattin in der Loge und verdrückte bei Aretha Franklins Auftritt ein paar Tränen.

Wer weiß, wem das am 13. Juli im Deutschen Haus widerfährt. Da spielt Martin Wind zusammen mit seinem Quartett und dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester ein für diesen Abend von ihm komponiertes Stück: „From the Fjord to the Hudson“. Es ist so etwas wie eine musikalische Autobiographie. In den vier Sätzen der Suite beschreibt er seine Lebensstationen in Flensburg (Kindheit und Jugend), Kiel (Marinemusikkorps Ostsee), Köln (Studium) und New York (Lebensmittelpunkt seit 20 Jahren). Jeweils ein Instrument steht dabei im Vordergrund; seinen Kontrabass hat er dabei für die musikalische Übersetzung der Stimmung an der Förde vorbehalten. Vielleicht hört man Reminiszenzen an das Album „Fjord Songs“, das er einst mit Ulf Meyer eingespielt hat.

Das Konzert beginnt mit George Gershwins „Rhapsody in Blue“, gespielt von Winds Pianisten Bill Cunliffe, in einer Bearbeitung für Soloklavier, Orchester und Rhythmusgruppe. Im zweiten Teil des Konzerts folgt das Wind-Werk „Turn out the Stars“, Musik, zu der Wind von dem großen US-Musiker Bill Evans inspiriert wurde. Nicht oft hat ein Jazzmusiker die Chance, seine Musik mit einem großen Sinfonieorchester aufzuführen, entsprechend groß sind seine Erwartungen: „Ich bin wahnsinnig gespannt!“

Da Martin Wind wie so viele Jazzmusiker seiner Generation ihre ersten Schritte in der Jugend-Bigband am Alten Gymnasium gemacht haben, lag es nah, ihn zu einem Konzert anlässlich des 450-Jahre-Jubiläums der Schule einzuladen. Am 16. Juli ist es soweit, Wind tritt hier mit seinem Quartett auf. Und am übernächsten Wochenende ist der Mann aus Teaneck/New Jersey wieder einmal bei Jazz-Baltica dabei, erstmals nach dem Umzug des Festivals nach Timmendorfer Strand. Er begleitet die Pianistin Anke Helfrich, mit der er auch auch schon bei der Verleihung des Jazz-Echo vor kurzem im Hamburg auftrat. Ganz schön viel Wind in diesem Sommer!

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erstellt am 16.Jun.2016 | 17:51 Uhr

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