Glücksklee-Gärtnerei : Neujahrs-Glück aus Stapelholm

Doppelt hält besser: Glücksklee mit Schornsteinfeger in der Gärtnerei Hoof in Norderstapel.  Foto: dpa
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Doppelt hält besser: Glücksklee mit Schornsteinfeger in der Gärtnerei Hoof in Norderstapel. Foto: dpa

Die Gärtnerei Hoof in Norderstapel züchtet für die Neujahrszeit vierblättrigen Klee. Mehr als eine halbe Million Glücksbringer werden in ganz Deutschland verkauft.

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01. Januar 2011, 04:36 Uhr

norderstapel | Im Südwest-Zipfel des Kreises Schleswig-Flensburg liegt die Wurzel für ein glückliches neues Jahr deutschlandweit: In den Gewächshäusern der Firma Blumen Hoof in Norderstapel sind 570.000 vierblättrige Kleepflanzen herangezogen worden, die im Vorfeld von Silvester über den Großhandel bis nach Bayern und Baden-Württemberg verkauft worden sind. Angesichts der Menge muss 2011 noch besser werden als 2010 - denn diesmal wurden 70.000 Töpfe mehr mit dem Erfolgssymbol bestückt als zum letzten Jahreswechsel. Eine Fläche von 10.000 Quadratmetern haben sie in dem Betrieb in der Landschaft Stapelholm gefüllt.
Mitte der 80er Jahre sind die Inhaber des seit 1926 bestehenden Familienunternehmens auf das Geschäft mit dem Silvester-Grün gekommen. "Das ist sonst im Gewächshaus eine tote Zeit zwischen Weihnachtssternen und Primeln", erklärt Birte Hoof. Sie und ihr Mann entschieden sich aus der Vielfalt der von Botanikern unter "Oxalis" zusammengefassten Klee-Arten für diejenige mit einer dunklen Mitte. "Das sieht interessanter aus als ein Einheits-Grün", findet Birte Hoof. Und der Markt - siehe die wachsende Produktionsmenge - gibt ihr Recht. Ein bundesweit in nahezu allen Fußgängerzonen vertretener Blumen-Filialist zählt zu den wichtigsten Abnehmern. In eigenen Geschäften in Norderstapel, Husum sowie auf zehn Wochenmärkten - da runter der in Schleswig - können Endverbraucher den Glücksklee von Hoof auch direkt kaufen. Mehr als 40 Produkt-Varianten umfasst das von Jahr zu Jahr wachsende Sortiment. Besonders gefragt sind laut Birte Hoof die Varianten mit einem Topf in Zylinder- oder Sektkühler-Form und einer Schornsteinfeger-Figur zwischen den Blättern. Gerade beim Glücksbringer gilt offenbar für viele Verbraucher die Orientierung an etwas, das ebenfalls vom Glauben lebt: am Sprichwort Doppelt hält besser.
Nach 14 Tagen wird der Klee struppig
Obwohl sie selbst, wie sie augenzwinkernd verrät, "manchmal schon gar nicht mehr auf Glücksklee gucken mag", holt sich am Ende auch die Betriebs-Chefin doch auch immer selbst einen Glücksbringer zu Silvester in die Wohnräume: "mit Schornsteinfeger und Schweinchen." Sie stellt den Topf traditionsgemäß in die Küche, weil sie ihn dort besonders häufig betrachten kann. "Rein von der Temperatur her könnte der Klee eigentlich einen etwas kühleren Raum vertragen", schiebt sie als Tipp für andere nach. "Dann hält er sich länger." Gut 14 Tage seien das Maximum. "Länger kann die Zwiebel die Kraft nicht halten, dann wird der Klee struppig."
Temperaturen unter null wiederum verträgt der Klee natürlich auch nicht - eine Herausforderung angesichts der Ausnahme-Witterung derzeit: "Wir haben darauf geachtet, dass die Pflanzen nur in beheizten Lkws abgeholt worden sind", schildert Hoof. "Sonst ist Klee nach einer halben Stunde erfroren. Nach dem Auftauen bleit dann nur noch ein matschiges Etwas zurück."
Einen Großteil der Belegschaft von 27 festen Mitarbeitern und 27 Aushilfskräften schicken Hoofs nach der stressigen Zeit mit der Aufzucht erst von Weihnachtssternen und dann dem Klee in der ersten Januar-Hälfte Urlaub. In einem Teil der Gewächshäuser zeichnet sich aber bereits ab, womit es als nächstes weitergeht: erst mit Primeln und Hornveilchen, dann mit Stiefmütterchen. Wird ein besonders harter, langer Winter für letztere zum Problem, weil sie in der Regel draußen gepflanzt werden und im Gegensatz zu Primeln nicht als Zimmerpflanze verwendet werden? "In der letzten Saison wurden die Stiefmütterchen wegen der winterlichen Witterung zwar später als sonst, aber dafür umso zahlreicher gekauft", erzählt Hoof. Der Klee bringt also offenbar wirklich Glück.

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