Stadtplanung in Flensburg : Neues Wohnquartier in der Neustadt

Platz für über 400 neue Wohnungen: Schwarzenbachtal zwischen Harrisleer Straße (l.) und TSB-Sportplatz (r.).
1 von 2
Platz für über 400 neue Wohnungen: Schwarzenbachtal zwischen Harrisleer Straße (l.) und TSB-Sportplatz (r.).

Städtebaulicher Wettbewerb Schwarzenbachtal entschieden / Über 400 Wohnungen in Hofstruktur mit viel Grün / Kiel-Flensburger Team siegt

shz.de von
22. Juli 2016, 17:50 Uhr

Es ist einer der größeren Bausteine in Flensburgs Wachstumsstrategie. Im Stadtteil Neustadt, in der Grauzone zwischen den dicht besiedelten Straßenzügen der Gründerzeit und der offenen Grünzone der TSB-Sportanlagen, soll ein neues Stadtviertel namens Schwarzenbachtal entstehen. Den städtebaulichen Wettbewerb hatte die Stadt europaweit ausgeschrieben, doch am Ende kamen die Sieger aus der unmittelbaren Nachbarschaft – nämlich der Walzenmühle.

Zumindest die eine Hälfte des Preisträgerteams. Die Arbeitsgemeinschaft aus den Kieler Architekten Zastrow & Zastrow und den Flensburger Landschaftsarchitekten Kessler.Krämer wurde vom überregional besetzten Preisgericht mit großer Mehrheit auf Platz 1 gesetzt. Die vier Stadtplaner wollen auf den heute weitgehend brach liegenden Flächen ein rundes Dutzend locker gruppierter Häuser verteilen, die miteinander Höfe bilden und von viel Grün geprägt sind. Die Häuser sollen in der Mehrheit drei- bis viergeschossig werden mit zwei herausragenden „Türmchen“ von sechs Geschossen.

Dieses durchgrünte Hofquartier soll im Inneren weitgehend autofrei bleiben; geparkt wird unterirdisch. Nur die Gebäude für den sozialen Wohnungsbau erhalten nach den bisherigen Plänen keine Tiefgarage, sondern einen oberirdischen Parkplatz in der Nordostecke. Die heute hier noch stehenden Gebäude werden fast alle abgerissen; nur der L-förmige Backsteinblock der früheren Standort-Verwaltung der Bundeswehr, ein Teil einer Halle und das frühere Wachgebäude sollen bleibend in das Ensemble integriert werden (siehe Karte rechts). Die Junkerhohlweg-Kaserne (ganz rechts) ist nicht Bestandteil der Planungen.

Der Siegerentwurf ist – anders als bei früheren Architektenwettbewerben – kein visionäres Wolkenkuckucksheim ohne Realisierungschancen. Denn bei der Sitzung des Preisgerichts waren Vertreter von vier Investorengruppen anwesend, die sich zu einer möglichen Umsetzung der Entwürfe äußerten. Der Vertreter des Berliner Unternehmens Glockenweiß ließ es sich nicht nehmen, bei der öffentlichen Bekanntgabe des Ergebnisses den Siegerentwurf zu loben. Die neue Art des Wettbewerbs mit Beteiligung möglicher Investoren wurde auch vom Vorsitzenden des Preisgerichts, Prof. emer. Dittmar Machule, TU Harburg und Hafencity-Universität, hervorgehoben.

Der städtische Chefplaner Peter Schroeders war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis und stellte in Aussicht, bis Frühjahr 2017 Baurecht für das ehrgeizige Projekt zu schaffen. Allerdings wünschte er sich rund 50 Wohnungen mehr in dem Ensemble; dies erscheint auch möglich.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen