Flensburg : Neues Wohngebiet im Südosten

Ganz neues Wohnquartier: Die geplante Taruper Umgehung zieht sich diagonal durch das Gebiet, das im Nordwesten von der Bahnlinie nach Kiel begrenzt wird. In Nord-Süd-Richtung verläuft der Tastruper Weg. Foto: Stadt Flensburg
Ganz neues Wohnquartier: Die geplante Taruper Umgehung zieht sich diagonal durch das Gebiet, das im Nordwesten von der Bahnlinie nach Kiel begrenzt wird. In Nord-Süd-Richtung verläuft der Tastruper Weg. Foto: Stadt Flensburg

Flensburg wächst nach Südosten. Rund 240 neue Wohneinheiten, die meisten davon als Einfamilienhäuser, plant die Stadt im Bereich der zukünftigen Taruper Umgehungsstraße (K8).

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16. Juni 2012, 03:11 Uhr

Flensburg | Mit den Stimmen von CDU, SSW und SPD billigte der Umwelt- und Planungsausschuss jetzt den Entwurf der Stadtplaner, der öffentlich ausgelegt wird und in einem weiteren Schritt noch als Satzung beschlossen werden muss.
Es ist ein klassisches Wohngebiet am Stadtrand. Die drei Teilgebiete werden durch ringförmige Straßen erschlossen, von denen Stichstraßen zu einigen Grundstücken führen. 3,50 Meter hohe Lärmschutzwälle flankieren die Umgehungsstraße, die von Südwesten nach Nordosten parallel zum Bahndamm durch das Gebiet läuft. In nord-südlicher Richtung verläuft der bereits bestehende Tastruper Weg durch das Areal.
"Piefig und spießig"
Zwei Regenrückhaltebecken sollen gebaut werden, wie Stadtplanerin Anne Henftling im Ausschuss erläuterte. Eines davon wird komplett abgeschirmt, ein zweites werde öffentlich zugänglich sein. Am Nordrand ist eine Jugendaktionsfläche geplant, zwei Spielplätze seien ebenfalls vorgesehen. Die Stadt sichert sich eine kleine Fläche am Bahndamm, um hier womöglich zu einem späteren Zeitpunkt einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer durch den Bahndamm nach Tarup bauen zu können. Im Norden verläuft die Adelbybek, zudem sieht die Planung direkt am Bahndamm einen Wasserlauf vor.
Nach den Erfahrungen, die die Stadt im Baugebiet Hochfeld gemacht hat, wird sie einige Grundstücke zur Bebauung mit Doppelhäusern für vier Wohnungen anbieten. Am Tastruper Weg können zudem zweistöckige Mehrfamilienhäuser mit zusammen gut 50 Wohnungen errichtet werden. Bislang will die Stadt den Bauherren bei der Gestaltung der Häuser weitgehend freie Hand lassen und setzt nur die Firstrichtung fest. Aus dem Ausschuss kam allerdings der Vorschlag, im Sinne des Stadtbildes weitere bauliche Details festzulegen.
"Piefig und spießig" fand Ratsherr Jörg Pepmeyer (Akopol) den Entwurf und fühlte sich an Planungen aus den 70er und 80er Jahren erinnert. Planungschef Peter Schroeders warf ihm eine "Ideologisierung der Wohnungspolitik" vor und betonte, dass die Planung von Einfamilienhaus-Wohngebieten nach wie vor eine städtebauliche Aufgabe sei. "Wir müssen diese Wohnform nach wie vor bedienen, sonst ziehen die Menschen fünf Kilometer weiter in die Nachbarorte. WiF-Vertreter Elmar Westphal nannte das Projekt ein "Millionengrab". Der Entwurf sieht allein 9,5 Millionen Euro Investitionskosten für die Planung vor. Für die CDU wünschte sich Kurt Neumann "mehr Mut der Verwaltung bei den Festlegungen" für das Baugebiet".

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