Neues Wohnen in Mürwik: Penthouse auf dem Bunker

Bunker 27.05 .09 FOTO Marc Euler
Bunker 27.05 .09 FOTO Marc Euler

Seit Jahrzehnten fristet der Bunker an der Mürwiker Straße ein trauriges Dasein. Jetzt hat sich ein Architekt seiner angenommen: Er will auf dem Bunker einen Flachdachbau errichten und selbst darin wohnen. Die Stadt hat nichts dagegen.

shz.de von
29. Mai 2009, 06:14 Uhr

Flensburg | "Architekten wohnen gern ungewöhnlich", leitete Planungschef Frank Rolfes die Vorstellung einer nicht alltäglichen Bauvoranfrage ein. Auf dem rückwärtig liegenden Bunker an der Mürwiker Straße neben der Schule Strategische Aufklärung möchte der Flensburger Architekt Andras Zsiray ein Wohnhaus mit Büro errichten und anschließend selbst nutzen.

Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gehört zu einer Fläche, die die Gesellschaft "Bauen in Mürwik" 2006 erworben hat. Erste Maßnahme waren Umbau und Sanierung eines Verwaltungsgebäudes der Marine in ein Wohnhaus für 12 Familien, das vorn an der Mürwiker Straße steht. Baustein 2 ist der Neubau eines Zehnfamilienhauses daneben, das gestern Richtfest hatte und deren Wohnungen bereits vermietet sind.

Blieb Baustein 3 - der Bunker. Eine schwer zu nutzende, aber auch schwer abzureißende Immobilie. Elf Meter hoch, 20 mal 20 Meter in der Fläche, zwei bis drei Meter dicke Wände. "Die Decke, auf der das Haus gebaut werden soll, ist 3,60 Meter dick", sagt Zsiray.

An der Außenseite des Bunkers werden ein Fahrstuhl und eine Metalltreppe errichtet, um auf das Bunkerdach zu gelangen. Zsiray will das Gebäude einige Meter von der Dachkante zurücksetzen und die entstehenden Randbereiche begrünen. Der Neubau werde rund 170 Quadratemter Wohn- und Nutzfläche haben.

"Vor 20 Jahren fanden wir das Motto ,Schwer zu Pflugscharen gut", sagte SPD-Mann Stephan Menschel im Planungsausschuss. "Heute finden wird ,Bunker zu Wohnungen gut." Der Ausschuss stimmte dem Projekt einstimmig zu.

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