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Bauen in Flensburg : Neues Wohnen gleich hinter dem Nordertor

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Richtfest für das Projekt „Skolehaven“ im Winkel aus Duburger Straße und Gartenstraße

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2017 | 07:59 Uhr

Die Zeiten, in denen Makler Zugereiste vor der Wohnungssuche in der Neustadt warnen, dürften vorbei sein. Ab Januar 2018 gibt es 92 weitere Wohnungen auf dem Markt im schlecht beleumundeten Stadtteil im Norden Flensburgs. Mit dem Projekt „Skolehaven“ (früher „Skolegaarden“) in der Gartenstraße leiste die Gewoba Nord einen kleinen Beitrag, um die Lücke von bundesweit einer Million fehlender Mietwohnungen schließen zu helfen, sagte Dietmar Jonscher, Vorstand der Baugenossenschaft. Gestern war Richtfest an der Gartenstraße, dabei sei doch gefühlt gerade erst der Spatenstich gewesen, meint Jonscher.

Der erste Kontakt zum Gewoba-Vorstand in diesem Projekt liege fast genau fünf Jahre zurück, erinnert sich Markus Pahl. Der Geschäftsführer von „Ihr Sanierungsträger“ datiert die Vorplanung sogar auf das Jahr 2008 zurück, als die Gewoba sich am Wettbewerb „Zukunft Planen – kostengünstiges, klimagerechtes Bauen und Wohnen im Bestand“ des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung beteiligte und für ein Gebäude als Investor fungierte. 2014 hat die Baugenossenschaft die Grundstücke Duburger Straße 8, 10, 12 und 14 gekauft. Die Beteiligung an einem Hotel-Bau kam nicht zustande, stattdessen sei Markus Pahl im Jahr darauf mit dem Wohnungsbauvorhaben an ihn herangetreten. Das war schnell „in Sack und Tüten“, blickt Jonscher zurück. Beim Spatenstich legte dann noch Oberbürgermeister Simon Faber Hand an – am 18. Dezember 2015. Seitdem die Gewoba in der Neustadt aktiv sei, lobt Markus Pahl, läuft’s für das Viertel.

Das Wasser vor allem, die Hänge hinunter in Richtung Förde, berichtet Dietmar Jonscher. Dieses Wasser musste umgeleitet werden, so dass das Rinnsal bei der Phänomenta mal trocken fiel. Und es lief nicht immer alles glatt, räumt der Gebowa-Vorstand ein. Die beiden Gebäude in der Duburger Straße, darunter die Alte Schule, sollten erhalten werden, schließlich stehen sie unter Denkmalschutz. „Wenn wir uns nicht angestrengt hätten, würden sie nicht mehr stehen“, so sah es aus. Die Sicherung (Statik) der Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert zählte zu den größten Schwierigkeiten. Diese Probleme seien in den nächsten Jahren zu lösen. Mit einer siebenstelligen Summe, sagt Dietmar Jonscher beim Richtfest, sei man hier in Vorleistung getreten. Eigentlich habe man vermeiden wollen, dass die Mieter an der Gartenstraße zunächst noch mit einer Baustelle nebenan leben müssten, dies sei wohl nicht zu vermeiden.

Das sechsstöckige Mehrfamilienhaus breitet sich fast über 100 Prozent des Grundstücks an der Gartenstraße/Ecke Duburger Straße aus, sagt Jonscher und spricht vom „verdichteten Bauen im städtischen Bereich“, das auch nicht ganz einfach sei. Die Wohnungen seien unterschiedlich zugeschnitten; die Größe der Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen rangiert von 37 bis 99 Quadratmetern. Eine Musterwohnung in der ersten Etage ist schon zu besichtigen, die unter anderem über eine geräumige Wohnküche mit bodentiefen Fenstern verfügt, Fußbodenheizung und Terrasse. Das Bad ist stufenlos mit ebensolcher Dusche, Handtuchhalter und einer geschwungenen Vorrichtung für einen pflegeleichten Duschvorhang.

Die Investition von rund 20 Millionen Euro in Skolehaven bezeichnet der Gewoba-Chef als aktuell größte Maßnahme in Umsetzung der Baugenossenschaft, die ihren Sitz in Schleswig hat.

Mit dieser Investition haben die Bauherren „Mut bewiesen“, lobt Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar und gewährt dem zwar an der Schlei sozialisierten Jonscher augenzwinkernd und analog zur doppelten Staatsbürgerschaft die Flensburger-schaft. Wohnraummangel sei ein dringendes Problem in Flensburg, betont die Stadtpräsidentin und denkt insbesondere an Studenten, die darunter zu leiden haben. Insbesondere internationale Hochschüler, die nur vorübergehend für ein Semester oder zwei und für ein geringeres Budget auf der Suche sind. Und noch etwas findet Krätzschmar bemerkenswert an diesem Bauvorhaben in der Neustadt: Auch Menschen von den Mürwikern werden hier einziehen, weil die Wohnungen vorbildlich auf solche Bedürfnisse ausgerichtet sind. Die Richtkränze haben tatsächlich diese künftigen Mieter hergestellt.

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