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Alte Gärtnerei : Neues Wohnen für Generation 50 plus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Grundsteinlegung in der „Alten Gärtnerei“: In Mürwik sollen 195 Einheiten bis 2019 fertig sein. Viel Lob für die Bauherren von der Stadtplanung.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2015 | 09:00 Uhr

Flensburg | Am Ende wurde einer der Bauherren fast philosophisch: Wenn diese Kupferdose von zukünftigen Generationen einmal gefunden und geöffnet wird, gebe es solche Münzen gar nicht mehr und vielleicht auch nicht mehr unsere heutige Währung. Außerdem fanden das Flensburger Tageblatt von gestern und ein Teil der Baupläne Platz in dem Zylinder, der sodann fachgerecht von Werner Eissing und Kay Boysen eingemauert wurde. Der Mauerklotz werde in einem Versorgungsschacht des ersten Bauabschnitts Platz finden, versicherte Eissing.

Wohlige Schauer dürften ihnen über den Rücken gelaufen sein, als der städtische Chefplaner Peter Schroeders sie mit Lob fast überschüttete. Er hob die „pragmatische Zielorientierung“ und die „Bodenständigkeit“ der in Böklund ansässigen Bauherrengemeinschaft hervor: „Wir brauchen von diesen Projekten noch sehr viel mehr in Flensburg.“

Auf dem gut zwei Hektar großen Areal eines früheren Gartenbaubetriebs errichten die Investoren sieben Häuser mit zusammen 195 Wohneinheiten von 66 bis 193 Quadratmetern Größe. Die Autos der Bewohner parken überwiegend unterirdisch, so dass das Außengelände einen parkähnlichen Charakter erhalten werde. Der Bauherr – auch hierfür gab es ein Lob aus dem Rathaus – hat eigens einen Wettbewerb für die Freiflächen ausgelobt und am Ende das renommierte Lübecker Büro Trüper-Gondesen beauftragt.

Schroeders ließ aber auch nicht die Probleme aus, die das für Flensburg neuartige Wohnprojekt mit sich brachte: Nachbarn wetterten gegen die bis zu sechsgeschossige Bebauung und strengten Klagen an, der gesamte Genehmigungs- und Planungsprozess sei sehr zeitaufwendig gewesen, es gab Fehler bei der Auslegung, und am Ende fanden die Experten des Munitionsräumdienstes jede Menge metallhaltiger Steine, die abgesammelt werden mussten, wie Bauherr Ralf Söhrnsen berichtete.

Mit seinen fast 200 Wohnungen sei das Projekt „Alte Gärtnerei“ ein wichtiger Beitrag zur Entspannung auf dem Flensburger Wohnungsmarkt“, so Schroeders. Hier gehe es nicht zuletzt um Grundsätze des Städtebaus, und es werde gezeigt, dass mehrgeschossige Bebauung in einem Viertel wie diesem durchaus möglich sei. Man sei „sehr sehr auf die Belange der Nachbarn eingegangen“, so zum Beispiel bei den Abständen zur Nachbarbebauung und bei der Verkehrserschließung.

Der erste Bauabschnitt mit 58 Wohnungen, der parallel zur Fördestraße errichtet wird, soll Ende 2016 bezugsfertig sein, der zweite, der demnächst in Bau geht, ein Jahr später. Das gesamte Bauprojekt soll Ende 2019 fertig gestellt sein. Die Preise beginnen bei 140  000 Euro für eine Zwei-Zimmer-Wohnung und enden im oberen sechststelligen Bereich für das Penthouse mit fast 200 Quadratmetern, üppigen Balkonen und zwei Stellplätzen in der Tiefgarage. Trotz des Preisniveaus können sich die Bauherrn über mangelndes Interesse nicht beklagen: Man habe schon viele Wohnungen verkauft, die Kundschaft komme aus der Altersklasse 50 plus und wolle entweder selbst dort wohnen und sei an einer Geldanlage interessiert.

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