zur Navigation springen

Bauen in Flensburg : Neues Wohnen an der Osterlücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem alten Areal von Opel Thomsen sollen 140 Wohnungen entstehen – zur Miete für rund neun Euro pro Quadratmeter

Der Bauboom an der Förde geht weiter. An der Osterallee entstehen auf dem früheren Grundstück von Opel Thomsen nicht nur im ersten Bauabschnitt 140 neue Wohnungen, sondern auch gleich eine neue Straße. Osterlücke hat die Stadt die kleine Stichstraße genannt, die das Areal erschließt. Derzeit haben die Tiefbauer das Sagen, in die Höhe soll es gegen Ende der Sommerferien gehen, sagt Bauherr und Vorhabenträger Günter Busch aus Kiel.

Seit einigen Tagen ist auf einem großen Bauschild zu sehen, wie die hier geplanten Häuser aussehen werden. Hellgrauer Backstein, große Balkone, Satteldach. Drei Vollgeschosse plus Dachgeschoss, 15,50 Meter Firsthöhe im hinteren Bereich des Geländes am Rande des Naturschutzgebietes im Baufeld 1. Insgesamt gibt es acht, von denen für fünf detaillierte Pläne existieren. Unklar ist, wie genau die Baufelder 3, 4 und 5 im Winkel aus Osterallee und Kiesweg zum Reitstall bebaut werden sollen. „Das ist noch offen“, sagt Busch. Die Planungen für die anderen Felder ließen sich nur deshalb so schnell realisieren, weil er hier dasselbe bauen werde wie derzeit am Königsweg in Kiel. Busch ist erst vor rund einem Jahr in das Projekt eingestiegen. Die Nospa als Financier des Vorhabens habe ihn mit dem Eigentümer des Areals zusammengebracht; doch seit die Politik die Planungen abgesegnet hat, sei er allein verantwortlich, so Busch. Die Bauanträge liegen im Rathaus, jetzt warte man auf die Baugenehmigung.

Die planerische Vorgeschichte kennt Busch nicht. Anlieger hatten gravierende Bedenken wegen der Bauhöhe direkt an der Osterallee vorgebracht; hier sind bis zu fünf Geschosse geplant. Bei der Bürgerbeteiligung ganz zu Beginn der Planungsphase sei davon nicht die Rede gewesen, wird geklagt. Doch mit den konkreten Planungen bis hin zur Geschossigkeit ist die Stadt dann nicht mehr an den Bürger herangetreten, sondern hat sich auf die öffentliche Auslegung beschränkt. Erst danach ist Busch eingestiegen.

Als Investor und Bauherr wirbt er für Verdichtung und intensive Bautätigkeit, auch an dieser Stelle. „Irgendwo müssen Sie doch damit anfangen, wenn Sie mehr Wohnungen in der Stadt haben wollen.“ Er meint, die geplante Baumasse sei an dieser Stelle verträglich – trotz der eingeschossigen Bebauung im direkten Umfeld. „In ein reines Einfamilienhausgebiet würde ich so ein Projekt natürlich nicht setzen.“

An der neuen Osterlücke plant Busch ausschließlich Mietwohnungen. Der KfW-55-Standard sorge für extrem niedrige Heizkosten. Alle Wohnungen hätten Fußbodenheizung und seien barrierefrei, alle Häuser komplett unterkellert mit beheizbaren, belüftbaren Kellern. Über eine Tochterfirma werde er die Wohnungen selbst vermieten. Die Nospa sucht zudem weitere Investoren.

Baufeld 7 gehe komplett an ein befreundetes Unternehmen. Die ersten Mieter könnten Ende 2018 einziehen, die Miete verortet Busch bei rund 9 Euro pro Quadratmeter. Sozialer Wohnungsbau sei bei dem derzeitigen Zinsniveau und den galoppierenden Baukosten wirtschaftlich nicht darstellbar.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 09:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen