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Deutsches Haus Flensburg : Neues Licht im großen Saal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt erneuert für eine halbe Million Euro die Innenbeleuchtung im Deutschen Haus unter Sicherstellung des Denkmalschutzes

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 07:35 Uhr

Bis zum 100. Geburtstag sind es noch ein paar Jahre. So hat Flensburg noch etwas Zeit, das Deutsche Haus – die einzige noch erhaltene expressionistische Stadthalle in Deutschland – für das runde Jubiläum aufzuhübschen. Der Anfang wurde vor ein paar Jahren mit der Restaurierung der markanten Holzoberfläche gemacht. Jetzt erstrahlt das Innere des Saales in neuem Licht, das aus alten Leuchten kommt.

Jedenfalls ein bisschen. Herzstück des gestern präsentierten Lichtraumkonzeptes sind die vier großen Lichtkreuze an der Saaldecke. Sie bestehen aus mehreren Kuben aus Opalglas-Scheiben, die von einem Gerüst aus Messingprofilen gehalten werden. Diese stammen noch aus der Bauzeit des Hauses Ende der 20er Jahre. Die Originalleuchten seien in der Nachkriegszeit gegen die Kronleuchter ausgetauscht worden, berichtete Denkmalpfleger Eiko Wenzel – vermutlich, weil die Lichtausbeute aus den Kuben zu gering war.

Dank moderner LED-Lichttechnik kann dieses Manko heute behoben werden. Eine kurze Demonstration gestern zeigte, wie hell die neuen Deckenlampen den Saal erleuchten können. So seien leicht 500 Lux, wie für Tagungen vorgeschrieben, zu erreichen, so Architekt Heino Brodersen; sogar 650 Lux seien möglich. Auch farbiges Licht in Orange, Grün, Rot und Blau ist möglich.

Neu sind auch die zwölf Pendelleuchten im ersten Rang, die den Originallampen nachempfunden wurden und ebenfalls dosiert angesteuert werden können. Die Wandleuchten sind noch im Original vorhanden, sie erhielten lediglich moderne LED-Leuchtmittel.

Das neue Lichtkonzept konnte im zweiten Anlauf erst realisiert werden. Ein erster war 2014 wegen fehlender Fördermittel gescheitert. Im Mai 2016 haben die städtischen Gremien beschlossen, eine halbe Million Euro für neues Licht zu bewilligen. Für den Einbau standen im Sommer nur zwei Wochen zur Verfügung; davon gingen zwei Tage für Auf- und Abbau des Gerüsts weg. Beim Einbau wurde festgestellt, dass ein Stück der Holzprofile, die die Leuchtkreuze zur Decke abgrenzen, fehlte. In Windeseile wurde ein Tischler gefunden, der per Sofortmaßnahme das richtige Holz fand und ein neues Teil fertigte. Der Hauptauftrag ging an ein hiesiges Elektro-Unternehmen.

Die Sanierung des Deutschen Hauses als herausragendes Kulturdenkmal geht weiter. Die Stadt hat mittelfristig rund zehn Millionen hierfür eingeplant. Wenn es nach Max Stark geht, dem langjährigen Vorsitzenden des Kulturausschusses, wird als erstes die Lichtarchitektur im Foyer und in den Wandelgängen erneuert. Das „Wirrwarr an Leuchtstäben“ mit seinem „gleißenden Licht“ müsse dringend durch angepasste Leuchten ersetzt werden. Ob dafür Geld vorhanden ist, wollte Kämmerer Henning Brüggemann nicht spontan zusagen.

Kein Problem ist offenbar das Bühnenlicht. „Die meisten Produktionen sind heutzutage autark und bringen eigenes Licht mit“, sagte dazu Peter Thomsen, als Geschäftsführer von Förde Show Concept langjähriger Betreiber des Deutschen Hauses. Die beiden „Türme“ im ersten Rang mit Scheinwerfern für die Bühne sind schon etwas älteren Datums und sollen demnächst gereinigt werden. „Mal sehen, was sie dann noch bringen“, meinte Haus-Chef Dirk Jantzen.

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