Dänische Investoren : Neues Leben für Flensburgs Alte Post

Noch ist es ruhig in der weitläufigen Halle, dem  früheren Innenhof der Alten Post. Bald sollen hier wieder Restaurants und Cafés einziehen. Foto: Marcus Dewanger
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Noch ist es ruhig in der weitläufigen Halle, dem früheren Innenhof der Alten Post. Bald sollen hier wieder Restaurants und Cafés einziehen. Foto: Marcus Dewanger

Noch herrscht gähnende Leere - doch schon bald soll wieder Leben in Flensburgs Alte Post einziehen: Dänische Investoren haben den neoklassizistischen Backsteinbau ersteigert.

shz.de von
17. März 2012, 04:53 Uhr

Flensburg | Still ist es in der Eingangshalle. Nur ein paar Geräusche von der Sparda-Bank dringen durch das neoklassizistische rote Backsteingebäude. Die wenigen weiteren Mieter verbergen sich auf fernen Fluren weiter oben, von ihnen bekommt man im ehemaligen Gastronomie-Bereich im früheren Innenhof nichts mit. Die Alte Post bleibt ihrem Ruf treu: gähnende Leere.
Doch das soll nun anders werden. Die dänischen Investoren Erik Møller und Aksel Damm haben die Alte Post im vergangenen Herbst ersteigert. Nun bereiten sie die Wiederbelebung des 1880 erbauten Gebäudes vor. "Wir planen im unteren Bereich einige Restaurants und Cafés, im oberen ein Gesundheitszentrum", sagt Aksel Damm. Derzeit verhandeln sie mit einem asiatischen Restaurant in Lübeck, das im Erdgeschoss auf 500 Quadratmetern Fläche ein weiteres Restaurant aufbauen möchte. Zudem sind ein bis zwei weitere Gaststätten geplant. "Oben werden neben der einen bestehenden Praxis weitere einziehen und so zusammen mit dem ebenfalls bestehenden Yoga-Zentrum und Fitness-Center das Gesundheitszentrum bilden", erklärt Damm weiter. Er sehe große Potentiale in dem Gebäude. Es sei nur vernünftig, es ordentlich zu nutzen, denn "es ist eines der schönsten Gebäude der Stadt", findet Damm.
Das leidige Problem mit dem Parken
Dass das Gebäude renoviert wird, ist für Damm jedoch klar: "Wir werden das Gebäude innen erneuern, soweit es geht mit dem Denkmalschutz." Dass dieser ein Problem ist, weiß Holger Ruddloff von der Arag-Versicherung: "Unsere Kunden finden kaum unser Büro, da Hinweisschilder von außen nicht gestattet sind." Darüber hinaus sei das Haus gerade abends "tot", die Gänge noch verlassener als tagsüber. Kein Wunder: Die Flure in den oberen Etagen zeigen keine Spur von Gewerbe. Mit den Teppichböden, dem Innenhoflicht und identischen weißen Türen erscheinen sie eher wie verlassene Hotelflure. Außerdem beklagt Ruddloff die Parkplatzsituation: "Wenn man hier parken könnte, würden sicherlich auch mehr Menschen hierher kommen."
Gerade das hofft Marion Hilgenstöhler von der Sparda-Bank: "Wir freuen uns, wenn wir hier nicht mehr so einsam sind." Seit 17 Jahren sei die Bank Mieter in der Alten Post und damit der letzte verbliebene Mieter, seit die Alte Post Anfang der 90er zur Passage umgebaut wurde. "Außerdem sind wir offen für alles, was Leben ins Haus bringt", betont Hilgenstöhler.
Im Sommer sollen die Gastronomiebetriebe eingezogen sein
Tatsächlich steht das Herz der Alten Post schon rund zehn Jahre leer. 1988 wurde der Postbetrieb aufgegeben, vier Jahre später das Gebäude zur Passage umgebaut. 1997 ging die Alte Post GmbH & Co KG in Insolvenz. Von Jahr zu Jahr sank das Ansehen bei der Flensburger Bevölkerung, weiß Finn Jensen von der Tourismus-Information. "Es ist schwierig, dieses Gebäude zu reanimieren, doch man darf nicht vergessen, dass es nie ganz tot war." Das Gebäude biete einige Chancen - zum einen das äußere Erscheinungsbild, zum anderen die zentrale Lage.
Diesen Monat entscheide sich, ob die Tourismusinformation am Zob selbst dort einziehen werde. Als Grund dafür gibt Jensen vor allem die aktuellen Standortbedingungen an: "Wir sitzen in einem Büro, in dem gleichzeitig Fahrkarten gekauft und zu Stromverbrauch beraten wird - das ist nicht optimal." In Flensburg gebe es 6000 Arbeitsplätze im touristischen Bereich - diese gelte es zu vertreten. "Und die Alte Post könnte ein interessantes Zentrum für Kommunikation und Gastronomie werden", betont Flensburgs Tourismus-Chef. Den Planungen zufolge sollen einige Restaurants bereits bis zum Sommer eingezogen sein, der Rest bis zum Ende des Jahres.

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